{"id":11633,"date":"2022-05-24T01:28:41","date_gmt":"2022-05-23T23:28:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=11633"},"modified":"2022-05-30T12:40:35","modified_gmt":"2022-05-30T10:40:35","slug":"friede-den-huetten-krieg-den-palaesten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=11633","title":{"rendered":"Friede den H\u00fctten &#8211; Krieg den Pal\u00e4sten"},"content":{"rendered":"<p>Unter dem Titel &#8218;P<span class=\"hiddenSpellError\">rofiting<\/span>\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">from<\/span>\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">pain&#8216;<\/span> erschien am 23. Mai 2022 eine neue Oxfam-Studie. Oxfam ist ein internationaler Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen mit Sitz in Den Haag. Der 19-seitige Bericht hat es in sich. Ein Eckpunkt, der viel erkl\u00e4rt, vielleicht alles, lie\u00dfe sich unter dieser \u00dcberschrift gut zusammenfassen: &#8218;Alle 30 Stunden gibt es einen neuen Milliard\u00e4r, alle 33 Stunden eine Million neue Arme.&#8216; Wir leben im Neoliberalismus, falls es irgendwer vor lauter kapitalistischer Lobpreisung und Konsumidiotie noch nicht mitbekommen. <em>\u201eDas Verm\u00f6gen aller Milliard\u00e4re zusammengefasst, ist in den zwei Jahren der Covid-Pandemie st\u00e4rker gestiegen als in den letzten 23 Jahren.\u201c <\/em>Wen wundert so etwas noch? Dazu hei\u00dft es bei Oxfam dann weiter: <em>\u201eDie Pandemie hat 573 neue Milliard\u00e4re hervorgebracht, mit einer Quote von einem neuen Milliard\u00e4r alle 30 Stunden.\u201c<\/em> Auf der anderen Seite stehen 263 Millionen Menschen in diesem Jahr unmittelbar davor, in extreme Armut zu geraten. <em>\u201eEine Quote von einer Million verarmter Menschen alle 33 Stunden\u201c<\/em>, so die Studie.<\/p>\n<p>Der j\u00fcngste Bericht von Oxfam ist ein grausiges Abbild unserer Welt. W\u00e4hrend die Reichsten in ihrer Habgier alles verschlingen, werden Millionen von Menschen in bittere Armut getrieben. Die Volksunion (NUPES) in Frankreich, die gerade gegen den Neoliberalismus zu Felde und in den Parlamentswahlkampf zieht, formuliert es einfach und verst\u00e4ndlich: <em>\u201eDas Problem sind diejenigen, die sich vollfressen, w\u00e4hrend andere ins Elend st\u00fcrzen.\u201c<\/em> An der einfachen Klarheit der Sprache erkennt man immer die Kraft der Worte. Daran k\u00f6nnten sich deutsche Linke mit ihrem fatalen Ges\u00fclze etwas abschneiden. Wobei deutsche Linke in der Tat wie ein Witz klingt, bei dem fr\u00fch das Lachen vergeht. Diese Woche findet das \u00fcbelste Forum neoliberaler Herrschaftssymbolik statt. Das &#8218;<span class=\"hiddenSpellError\">Davos-Economic-Forum&#8216;<\/span> bietet erneut die B\u00fchne f\u00fcr politische und wirtschaftliche Eliten aus aller Welt. Darunter sehr viele, die sich auf Kosten der Menschheit vollfressen. Die Ver\u00f6ffentlichung des Oxfam-Berichtes zu diesem Zeitpunkt daher nat\u00fcrlich kein Zufall. In Anlehnung an dieses j\u00e4hrliche Forum wollte Oxfam laut Auskunft <em>\u201emit dem Finger besonders auf diejenigen zeigen, die w\u00e4hrend der Gesundheitskrise au\u00dfergew\u00f6hnliche Gewinne angeh\u00e4uft haben\u201c<\/em>. Da wird Oxfam in Davos sicher f\u00fcndig. Jene Bereicherten laufen n\u00e4mlich auch unter den 2.500 geladenen Eliten im Kreise anderer Vollgefressener umher. Allesamt gerieren sie sich wie Weltenlenker. In ihrer abgeschotteten Wolke f\u00fchren sie dann noch ihre vernebelnde Herrschaftssprache auf den Lippen. L\u00e4ngst werden die Uhren der Welt von diesem Weltwirtschaftsforum, welches ohne jedes Mandat agiert, katastrophal falsch und neoliberal gestellt, statt richtig von den Vereinten Nationen (UN).<\/p>\n<figure id=\"attachment_11654\" aria-describedby=\"caption-attachment-11654\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11654\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Bild-von-Valeria-Rodrigues-Valeria-auf-Pixabay.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Bild-von-Valeria-Rodrigues-Valeria-auf-Pixabay.jpg 640w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Bild-von-Valeria-Rodrigues-Valeria-auf-Pixabay-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11654\" class=\"wp-caption-text\">Man sieht nur die im Licht&#8230; (Foto: Val\u00e9ria Rodrigues auf Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zu den Vollgefressenen und Bereicherten noch etwas aus Frankreichs Wahlkampf: <em>\u201eViele von denen haben sich w\u00e4hrend der Gesundheitskrise vollgestopft, w\u00e4hrend anderen die Kehle zugedr\u00fcckt wurde.\u201c<\/em> \u00dcbertriebene Rhetorik? Mitnichten! Die Verm\u00f6gen der Milliard\u00e4re springen aktuell durch die Decke. Milliard\u00e4re halten 13,9 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, damit dreimal mehr als im Jahr 2000. Oxfam bleibt nicht im Ungef\u00e4hren, liefert konkrete Beispiele aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie. In dem Sektor gibt es mittlerweile 62 nagelneue Milliard\u00e4re. Das US-Unternehmen <span class=\"hiddenSpellError\">Cargill<\/span>\u00a0ist einer der gr\u00f6\u00dften Lebensmittelh\u00e4ndler der Welt. Es befindet sich mehrheitlich im Besitz der gleichnamigen Familie. 2021 machte der Konzern 5 Milliarden Euro Rekordgewinn. Laut Oxfam hat die Familie\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Cargill<\/span>\u00a0dadurch ihr Verm\u00f6gen <em>\u201eum fast 20 Millionen US-Dollar pro Tag seit Beginn der COVID-19-Pandemie gesteigert\u201c<\/em>. Was f\u00fcr Zahlen! Und wieder der Blick nach Frankreich, wo ein neoliberaler Pr\u00e4sident von den Eliten, Konzernen und Medien unterst\u00fctzt, eine Zahl v\u00f6llig ignoriert: In Frankreich verzichten aktuell 20 % der Bev\u00f6lkerung aus Geldmangel auf durchg\u00e4ngige Mahlzeiten. Die Wohlstandsl\u00fccken zwischen den normalen Menschen und den extrem Reichen sind auch bei unseren Nachbarn l\u00e4ngst unanst\u00e4ndig und verbrecherisch. W\u00e4hrend Millionen im Elend versinken, oftmals hungern, sich sogar im einst breitbeinigen Europa zwischen Tanken oder Einkaufen entscheiden m\u00fcssen, verdienen andere astronomische Summen durch perfide Ausbeutung im Stil des Manchesterkapitalismus. Um dieser Situation abzuhelfen, schl\u00e4gt Oxfam zwei einfach formulierte Ma\u00dfnahmen vor. Eine sofortige Sondersteuer f\u00fcr alle multinationalen Unternehmen, die von der Krise profitiert haben und eine wesentlich h\u00f6here Besteuerung f\u00fcr die extrem Reichen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11655\" aria-describedby=\"caption-attachment-11655\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11655\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MOHAMMEd-ALIM-auf-Pixabay.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MOHAMMEd-ALIM-auf-Pixabay.jpg 640w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MOHAMMEd-ALIM-auf-Pixabay-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/MOHAMMEd-ALIM-auf-Pixabay-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11655\" class=\"wp-caption-text\">&#8230;die im Dunkel sieht man nicht. (Bild: Mohammed Alim auf Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Beide Oxfam-Punkte stehen \u00fcbrigens seit Wochen manifestiert im Wahlprogramm der franz\u00f6sischen Volksunion. Deren Anf\u00fchrer Jean-Luc M\u00e9lenchon l\u00e4sst nicht den geringsten Zweifel aufkommen, dass die Umsetzung jener Punkte eine seiner ersten Amtshandlungen w\u00e4re, verschafften die Franzosen der Volksunion eine Mehrheit in der Nationalversammlung. <span data-offset-key=\"78r8b-0-0\">Sogar der Spiegel, der in den letzten Jahren oftmals die neoliberale Fahne schwenkte, machte diese Woche erstaunlicherweise mit einem Titel zu den Superreichen auf und keinen Kniefall vor diesen. (Vor einer Woche zogen noch der reaktion\u00e4re Ressortleiter Ausland und die fehlbesetzte Paris-Korrespondentin des Nachrichtenmagazins \u00fcber Frankreichs Linke her. Sie gossen ihren Hass \u00fcber Europas prominentesten K\u00e4mpfer gegen die reichen Eliten, den franz\u00f6sischen Politiker Jean-Luc M\u00e9lenchon<\/span><span data-offset-key=\"78r8b-2-0\">.) Das Blatt zeigt die verkommene Welt dieser Superreichen als feudalistisch und wirft Blicke auf deren Schamlosigkeit, hinter der sich die ganze Dekadenz dieser Art von Reichtum offenbart. Der Titel tr\u00e4gt den Namen \u201eDie Gesetzlosen\u201c. Er h\u00e4tte auch \u201eDie Lumpen\u201c oder schlimmer hei\u00dfen k\u00f6nnen. \u201e\u00dcbles Pack\u201c w\u00e4re angemessen. <\/span><\/p>\n<p><span data-offset-key=\"78r8b-2-0\">Zu Zeiten der Franz\u00f6sischen Revolution sang man <\/span>noch <span data-offset-key=\"78r8b-2-0\">\u201e<\/span>Die Aristokraten an die Laterne&#8220;<span data-offset-key=\"78r8b-2-0\">. Solche Sachen, also Laterne und Revolution, machen wir in Europa schon lange nicht mehr. Schlie\u00dflich nennen wir uns in Eigenwerbung zivilisiert. Aber GERADEZU m\u00f6chte dennoch einen Vorschlag in den Ring werfen. Warum nicht der Mond? Die Superreichen wollen doch sowieso nur noch einen kurzen Zeitraum die Welt wie eine alte Zitrone quetschen. Wenn dann auf Erden alles hin\u00fcber und verdorben, sich mit Sack und Pack aus dem Staub machen, also in Richtung unendlicher Weiten im All verschwinden. Warum diesen Abnabelungsprozess nicht beschleunigen? Geld und Besitz wegnehmen, ab in eine Rakete, Z\u00fcndung Richtung Weltall, eventuell direkt zum Mond. Dann sind diese Eliten dort, wo sie hingeh\u00f6ren und wohin es sie so leidenschaftlich zieht. Nur eben noch flotter, als sie es in ihren k\u00fchnsten Tr\u00e4umen erhofften. Obwohl diese Nichtsnutze auf dem Mond noch den Fu\u00dfabtritt von Neil Armstrong zertrampeln w\u00fcrden, wie sie auf Erden alles zertrampelten. Daher ist zu \u00fcberlegen, ob man die Zielprogrammierung der Rakete um des Mondes willen nicht doch zum Wohle aller Sterne und Planeten lieber auf schwarze L\u00f6cher stellt. Es soll angeblich genug davon geben.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><em>*Titelbild: Wahlkampfblog NUPES (Volksunion Frankreich)<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Titel &#8218;Profiting\u00a0from\u00a0pain&#8216; erschien am 23. Mai 2022 eine neue Oxfam-Studie. Oxfam ist ein internationaler Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen mit Sitz in Den Haag. 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