{"id":1183,"date":"2021-07-07T16:59:24","date_gmt":"2021-07-07T14:59:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=1183"},"modified":"2021-07-17T16:32:21","modified_gmt":"2021-07-17T14:32:21","slug":"vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=1183","title":{"rendered":"Vorbei"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDer Traum ist aus\u201c. So sang der gro\u00dfartige Rio Reiser, ein bekennender Sympathisant der damaligen Gr\u00fcnen. Nun sollten sich die Gr\u00fcnen und deren Kanzlerkandidatin dieser Tatsache stellen. Es donnert gerade m\u00e4chtig im gr\u00fcnen Universum. Da k\u00fcndigt sich kein reinigendes Gewitter an, sondern es schie\u00dfen Kanonen gegen einen Spatzen und treffen. Aus Gr\u00fcnden von Erziehung und Anstand darf man aufgrund dieser Tatsache Mitleid mit jemand haben, mit dem einen politisch eher wenig verbindet. Mitleid und Anstand wie Freundschaft und Wahrheit sind nat\u00fcrlich keine Kategorien im Teufelskreis Politik und dem darin vorherrschenden Sperrfeuer der Medien. Es werden sich kaum Verteidiger der Annalena Baerbock finden. Wo sollen die herkommen? Negativ beispielhaft der heuchlerische Ton einer ZDF heute-journal Sprecherin \u201edie Gr\u00fcnen und Annalena Baerbock zerlegen sich gerade selbst\u201c. Als w\u00e4ren Medien nur Berichterstatter und nicht aktive Mitt\u00e4ter. Man h\u00e4lt sein Publikum geradeheraus f\u00fcr bl\u00f6d.<\/p>\n<p>Die Masse trampelt gern auf dem Besiegten rum. So etwas lernt man schon auf Schulh\u00f6fen. Unter jenem Teil der Journalisten, die den Beruf mit dem Ges\u00e4\u00df und der Stoppuhr in der Hand praktizieren, wird sich weder Verteidigung noch Objektivit\u00e4t auftun. Besiegt und erledigt ist Annalena Baerbock so oder so. Diese Kandidatin wird im Minutentakt genau von jenen filetiert, die ihr vor Wochen das Zeugnis \u201eeinzig richtige und wahre Kanzlerkandidatin f\u00fcr unsere Zeit und die Zukunft\u201c ausstellten. Frau Baerbock machte dabei den zentralen Fehler. Sie erkannte im euphorischen Taumel nicht die Absicht ihrer \u201eneuen G\u00f6nner\u201c, die sie weltfremd f\u00fcr Verb\u00fcndete hielt. Ein erschreckendes Ma\u00df an politischer und menschlicher Naivit\u00e4t einer Spitzenkandidatin. Bis zum Wahltag wird sie nun eine Getriebene bleibe. Diese Rolle ist nicht zu tragen trieb schon Martin Schulz in den politischen Abgrund.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen als Partei nicht besser. Sie haben ihre Frontfrau kollektiv und freiwillig ohne jede Not auf die Schlachtbank gelegt, weil sie das politische Gesch\u00e4ft bis heute wie berauschte Spontis betreiben. Ein gewisser Joseph Martin Fischer w\u00e4re nicht in solch billige Falle getappt. Verf\u00fcgen die Gr\u00fcnen \u00fcber ein Krisenmanagement? Wohl nicht. Es l\u00e4sst sich erschreckenderweise kaum ein Wahlkampfmanagement finden. Die Gr\u00fcnen sollten schleunigst R\u00fcckschau halten, wann und wie eigentlich die Idee \u201ewir brauchen einen Kanzlerkandidaten\u201c in ihre K\u00f6pfe kam. Dabei landen sie wieder bei den Filetierern. Ohne Kanzlerkandidat h\u00e4tten die Gr\u00fcnen einen zielorientierten Themen-Wahlkampf f\u00fchren k\u00f6nnen und am Wahltag Ernte einfahren. F\u00fcrs Kanzleramt kamen sie nie infrage. Diese M\u00e4r sollte man endlich begraben. F\u00fcr einen starken zweiten Platz war alles bereitet. Jetzt k\u00f6nnten die Gr\u00fcnen immer noch ihr altes Ergebnis verdoppeln, was dann beachtliche 17,8 Prozent w\u00e4ren und sie w\u00fcrden am Wahlabend dennoch als gro\u00dfe Verlierer tituliert werden. Nun hat Deutschland also drei Kanzlerkandidaten, von denen eben zwei Versionen ein unrealistischer Ulk sind. Auch das SPD-Vorsitzendenduo wagte sich nicht, gegen den von Medien ins Feld geschobenen Kanzlerkandidaten Olaf Scholz zu votieren, weil man dann von selbiger Medienwelle weggesp\u00fclte Geschichte w\u00e4re. Klassische Medien h\u00e4tten entfacht, was sie auch bei einer Habeck Kandidatur gegen\u00fcber den Gr\u00fcnen losgetreten, einen unvorstellbaren Shitstorm f\u00fcr die von ihnen ausgemachten Verantwortlichen. Jene Medien, die der Social Media Blase genau wg. solcher Shitstorm-Attacken gerne Seriosit\u00e4t absprechen um sich selber als Hort fairer und objektiver Berichterstattung anzubieten. Noch eine M\u00e4r, die man aus der Welt schaffen sollte.<\/p>\n<p>Aktuell bestimmen keine politischen Inhalte den deutschen Wahlkampf. Die Schlagzeilen sehen anders aus. Ein irrlichternder Zugereister in S\u00fcdth\u00fcringer und nat\u00fcrlich Leben und Buch von Annalena Baerbock bestimmen die Meldungslage. Die Welt brennt im w\u00f6rtlichen Sinn, die gro\u00dfen Themen stehen unbeantwortet im Raum. Das globale Thema \u00dcberbev\u00f6lkerung ist au\u00dfen vor. Niemand ruft auf die Tagesordnung, was deutsche Politik leisten m\u00fcsste, um die schwache und zerbr\u00f6selnde EU unter den M\u00fchlr\u00e4dern Chinas, der USA und Russlands, der Macht des Silicon Valley und der arabischen \u00d6lmilliarden am \u00dcberleben zu halten. Es gibt keine L\u00f6sungen f\u00fcr die Themen Rente, Altenpflege oder die sch\u00e4ndliche Kinderarmut hierzulande. Eine Journalistin schlug dieser Tage vor, reiche Menschen k\u00f6nnten doch helfen, die n\u00f6tigen Luftfilteranlagen f\u00fcr den Schulbetrieb zu finanzieren, um unsere Kinder besser vor Corona zu sch\u00fctzen. Der Staat k\u00f6nne dies nicht leisten. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. F\u00fcr unser Bildungswesen hat man nichts mehr an Geld \u00fcber. Aber man steckte Beutelschneidern und Schamlosen zweistellige Millionenbetr\u00e4ge an Provisionen f\u00fcr deren Maskenbeschaffungsgaunereien in die Taschen. Redet und schreibt noch jemand dar\u00fcber? Interessanter ist eben ein mediokrer \u201ePlagiatsj\u00e4ger\u201c. So die Gewichtung der Medien.<\/p>\n<p>Wem l\u00e4ngst egal, in welch schamloser Weise wir die Zukunft nachfolgender Generationen versaut und verspielt haben, der kann nat\u00fcrlich den Wahlkampf nach S\u00fcdth\u00fcringen legen und in der Berliner Hauptstadtblase \u201ePlagiat\u201c rufen. Damit ist dann nicht nur der Zustand deutscher Medien beschrieben, sondern auch der unseres Landes. Erfreulich ist beides nicht. Einst war die politische Schlammschlacht ein perfekt getimtes Instrument der Zeitung mit den gro\u00dfen Buchstaben. L\u00e4ngst kann die sich zur\u00fccklehnen, ihre Saat ist aufgegangen. Tragisches Beispiel der Berliner Tagesspiegel. Dort darf ein Doktor mit Doppelnamen im \u201eFall Baerbock\u201c wabern. Akademiker mit Sendungsbewusstsein und einer Zeitung in der H\u00fcfte sorgen oft f\u00fcr geistige Kniesch\u00fcsse, die f\u00fcr Schlammschlachten bestens geeignet. Mit objektiver Berichterstattung hat so etwas allerdings wenig bis nichts zu tun. Die Redaktion scheint auch eine Ortsgruppe \u201ewir jagen Baerbock\u201c gegr\u00fcndet zu haben. Diese sollte zwischen dem Gang zum Italiener und dem n\u00e4chsten Wurf kurz ins eigene Archiv steigen. Da finden sich viele Texte von einem gewissen G\u00fcnter Matthes. (Findet man unter dem K\u00fcrzen \u201e-thes\u201c.) Nachlesend w\u00fcrden sie darin eine Menge \u00fcber ihren Beruf lernen k\u00f6nnen. Ob sie dar\u00fcber nachdenken oder weiter anderen Berufen fern bleiben ist nat\u00fcrlich l\u00e4ngst egal. Als Lokalblatt in der Hauptstadt ist man in Konkurrenz zur Hauptstadtpresse und muss in deren Grube tauchen. In jener Hauptstadtpresse ist eben gerade Treibjagd angesagt und damit basta. So w\u00fcrde es der ehemalige Medienkanzler freudig ausdr\u00fccken.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1185\" aria-describedby=\"caption-attachment-1185\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1185\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/athree23-auf-Pixabay.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/athree23-auf-Pixabay.jpg 640w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/athree23-auf-Pixabay-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1185\" class=\"wp-caption-text\">(Verw\u00fcstete Hoffnung | Foto: athree23 auf Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Gr\u00fcnen strahlende Wiese ist jedenfalls zerfleddert. Sie sollten wenigstens aufrecht untergehen, dabei sich und Frau Baerbock nicht mehr am Nasenring durch die Manege f\u00fchren lassen. Kanzlerkandidatur absagen, Baerbock aus dem Schussfeld und Habeck als Spitzenkandidat ohne Kanzlerambition und Kandidatentitel, dabei retten was noch zu retten. Es wird wenig sein. Dazu ein k\u00fchner Gedanke. Wer seit Jahren nicht nur Kanzlerkandidaten macht, sondern bewusst Politik treibt und lenkt, der k\u00f6nnte doch Teil einer Superregierung aus lauter Koryph\u00e4en werden. Warum nicht zehn ausgeloste Mitglieder der Hauptstadtpresse ins Kabinett? Dazu noch einer von der Deutschen Bahn, unbedingt auch von den Berliner Verkehrsbetrieben, nat\u00fcrlich ein Sch\u00f6nefeld-Flughafenerbauer, als Zugabe noch irgendwer von einem Start-up. Auf jeden Fall ein oder zwei Sonntagsfrager, in manchen Gegenden \u201eForschungsgruppe\u201c genannt, oben drauf Markus Lanz und fertig ist die Rettung von Land, Mensch, Tier und Welt. Wer \u00fcber solcher Art Politb\u00fcro dann als Kanzler schweben darf? Es wird sich wer finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Traum ist aus\u201c. So sang der gro\u00dfartige Rio Reiser, ein bekennender Sympathisant der damaligen Gr\u00fcnen. Nun sollten sich die Gr\u00fcnen und deren Kanzlerkandidatin dieser Tatsache stellen. 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