{"id":12084,"date":"2022-06-21T12:44:05","date_gmt":"2022-06-21T10:44:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=12084"},"modified":"2022-11-10T17:41:04","modified_gmt":"2022-11-10T16:41:04","slug":"kortner-vs-krauss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=12084","title":{"rendered":"Kortner vs. Krau\u00df"},"content":{"rendered":"<p>Fritz\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>, 1892 in Wien und Werner\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>, 1884 in der N\u00e4he von Coburg geboren, sind wohl bis heute die bedeutendsten und gro\u00dfartigsten Schauspieler, die je auf deutschsprachigen B\u00fchnen standen. Weder in ihrer Zeit noch danach konnte sich jemand mit diesen Titanen messen. Ihr Ruhm stieg zwischen den Weltkriegen auf einsame H\u00f6hen in Berlin, damals die Theaterhauptstadt der Welt. Darin <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>\u00a0und\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>, die Schauspielk\u00f6nige der Weimarer Republik. Beide mit Talent und K\u00f6nnen gesegnet und begnadet. (Werner Krau\u00df schrieb sich zeit seines Lebens unterschiedlich. Er pendelte zwischen \u201ess\u201c und \u201e\u00df\u201c, wie es ihm beliebte. Kritiker, Theaterbesucher und Kollegen taten es ihm gleich. Krau\u00df\/Krauss liebte diese Verwirrung. Der Autor dieser Zeilen entscheidet sich f\u00fcr das \u201e\u00df\u201c.) Beim Stellenwert, den das Theater damals noch hatte, geh\u00f6rten jedenfalls Kortner wie Krau\u00df zu den herausragenden Fixsternen am Himmel einer pulsierenden und politisch brodelnden Weltmetropole. Sie waren beide Teil des glanzvollen Inventars von Berlin.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12666\" aria-describedby=\"caption-attachment-12666\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12666\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Die-Buechse-der-Pandora_Louise-Brooks-und-Fritz-Kortner_Copyright_DeutscheKinemathek-1024x877-1-e1656911787352.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"685\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Die-Buechse-der-Pandora_Louise-Brooks-und-Fritz-Kortner_Copyright_DeutscheKinemathek-1024x877-1-e1656911787352.jpg 800w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Die-Buechse-der-Pandora_Louise-Brooks-und-Fritz-Kortner_Copyright_DeutscheKinemathek-1024x877-1-e1656911787352-300x257.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Die-Buechse-der-Pandora_Louise-Brooks-und-Fritz-Kortner_Copyright_DeutscheKinemathek-1024x877-1-e1656911787352-768x658.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12666\" class=\"wp-caption-text\">An der Erotik der Lulu (Louise Brooks) wird Dr. Sch\u00f6n (Fritz Kortner) zugrunde gehen. \u201aDie B\u00fcchse der Pandora\u2018 (1929)<\/figcaption><\/figure>\n<p><span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> eine Urgewalt, ein Berserker auf der B\u00fchne des Preu\u00dfischen Staatstheaters, der gro\u00dfe <span class=\"hiddenSpellError\">Klassikerspieler<\/span>. Hamlet, Richard III., <span class=\"hiddenSpellError\">Shylock<\/span>, \u00d6dipus, Herodes, Philipp II., Gessler, Othello, Macbeth und viele andere Rollen. <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> ein atemberaubender Verwandlungsk\u00fcnstler, auch er bei den Klassikern daheim. Schuster Voigt, Fuhrmann Henschel, Philipp II., Wallenstein, Mephisto, Matthias Clausen, Jago und viele andere Figuren. Manche Rollen spielten beide, andere blieben Kunstwerk nur des einen. Von ihren Auftritten sprach Berlin, Kritiker schrieben eher Elogen als Verrisse. Selbst im Stummfilm und sp\u00e4ter im aufkommenden Tonfilm konnten <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>\u00a0und\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> umgehend in eindrucksvollen Filmrollen \u00fcberzeugen. Ihr Metier und K\u00f6nigreich blieb dennoch die B\u00fchne. <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>\u00a0war ein \u00e4u\u00dferst politischer Mensch, gl\u00fchender Anh\u00e4nger der Republik und als Jude schon fr\u00fch in seinem Leben mit Antisemitismus vertraut.\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0der angeblich Unpolitische, der lieber in der Weinstube herumalberte und der es nahm, wie es kam. Hauptsache spielen. Und es kam dicke. Aber auf eine ganz unterschiedliche Art. Die Nazis ante portas.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12493\" aria-describedby=\"caption-attachment-12493\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12493\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kortner-Fritz-04.jpg\" alt=\"\" width=\"630\" height=\"412\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kortner-Fritz-04.jpg 630w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kortner-Fritz-04-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 630px) 100vw, 630px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12493\" class=\"wp-caption-text\">Fritz Kortner (1892 &#8211; 1970)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Fritz Kortner wurde von den Nationalen, den Monarchisten und den Rechten, nat\u00fcrlich von den Nazis gehasst. Er stand auf der Seite der progressiven Kr\u00e4fte und der Republik, war schon deshalb den alten Monarchisten wie den aufkommenden Faschisten ein Dorn im Auge. Auf der B\u00fchne spielte Kortner in St\u00fccken, die dem rechten Mob nicht gefielen. Jener Mob ging dann in Auff\u00fchrungen und versuchte diese durch St\u00f6rungen, Kundgebungen und L\u00e4rm w\u00e4hrend der Vorstellung zum Abbruch zu zwingen. Solchen Saalschlachten war der Vollblutschauspieler Kortner gewachsen, der sich dem schreienden P\u00f6bel immer entgegenwarf, nie feige oder \u00e4ngstlich das Feld r\u00e4umte. Ber\u00fchmt der Kampf um die &#8218;Wilhelm Tell&#8216; Auff\u00fchrung von 1919. Das Schiller Drama wurde von Regisseure Leopold <span class=\"hiddenSpellError\">Jessner<\/span> entschlackt und daher alle patriotischen und nationalistischen T\u00f6ne entfernt. Die Rechten witterten Vaterlandsverrat und machten den Zuschauerraum zum Tollhaus. Es gab zu der Zeit noch Menschen und B\u00fcrger, die sich widersetzten und den Mob vor die T\u00fcr warfen. Kortner br\u00fcllte selbst gegnerische Massen nieder. Man schaue sich seinen Danton im gleichnamigen Film von 1931 an. Was f\u00fcr eine Stimmgewalt! Doch im kommenden Jahrzehnt wurde der Mob braun und machte sich auf den Weg an die Macht. Kortner stand in den K\u00e4mpfen der Zeit seinen Mann und machte sich Feinde weit au\u00dferhalb des Theaters. Werner Krau\u00df spielte derweil Theater und freute sich des Lebens. F\u00fcr Kortner war die Rolle seines Lebens wohl der Shylock im Kaufmann von Venedig. Dieser Shakespeare Figur gab er besonders 1927 eine Statur, die Publikum und Kritiker \u00fcberw\u00e4ltigte. Das Wort geht hier an den ber\u00fchmtesten Theaterkritiker der damaligen Zeit, an Alfred Kerr:<\/p>\n<blockquote><p><span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> ist Held eines unausl\u00f6schlichen Trauerspiels. Es gibt in Deutschland keinen Sprecher, der das Wort von dem blutenden Menschen, wenn man ihn sticht, so hinrei\u00dfend, so einfach, so dringlich, so tief erlebensvoll herausbr\u00e4chte wie dieser Kerl. Etwas <span class=\"hiddenGrammarError\">Einziges &#8211; <\/span>\u00fcber Schildkraut, \u00fcber\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>, \u00fcber Bassermann. Ich sah keinen, der ihm gleicht. <span class=\"hiddenGrammarError\">Wenn<\/span>\u00a0er am\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Schluss<\/span>\u00a0sein Haupt bedeckt. Wenn er nicht schreitet, sondern geschlagen ist. Gebr\u00fcll rings. Er bedeckt sein Haupt. Er war der Mittelpunkt eines ungeheuren Trauerspiels: Endbewusstsein f\u00fcr Zuschauer. Es war ein Trauerspiel um\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Shylock<\/span>. Eine Menschenleistung hat man erlebt. F\u00fcrs Leben. (Berliner Tageblatt, 18.11.1927)<\/p><\/blockquote>\n<p>Und ein gro\u00dfer Fan des Schauspielers Fritz Kortner, der Physiker Albert Einstein, schrieb in einem Brief an Kortner:<\/p>\n<blockquote><p>Ich danke ihnen f\u00fcr die glaubhafte, klare, durchdachte Darstellung von M\u00e4nnern komplizierter Struktur, die aus innerer Notwendigkeit handeln.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00dcber solche Leistungen und Elogen sprach Berlin. Auch Werner Krau\u00df wuchs in manchen Rollen noch \u00fcber eigene Gr\u00f6\u00dfe hinaus und erreichte Sph\u00e4ren, die nur ihm und Kortner zug\u00e4nglich.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12123\" aria-describedby=\"caption-attachment-12123\" style=\"width: 321px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12123\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/31bljuDYZL._SX319_BO1204203200_.jpg\" alt=\"\" width=\"321\" height=\"499\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/31bljuDYZL._SX319_BO1204203200_.jpg 321w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/31bljuDYZL._SX319_BO1204203200_-193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 321px) 100vw, 321px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12123\" class=\"wp-caption-text\">Alfred Kerr schrieb Elogen auf Kortner und Krau\u00df.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der gestrenge wie ber\u00fchmte Kritiker Kerr war damals nicht allein im theaterbesessenen Berlin. Ein Heer von gro\u00dfartigen Autoren und Rezensenten belieferte die unz\u00e4hligen Tages-, Morgen- und Abendzeitungen. 1925 gab es in Berlin 30 Tagezeitungen und noch 40 zus\u00e4tzliche Bezirkszeitungen f\u00fcr die 3,8 Millionen Einwohner der Reichshauptstadt. Die Stadt hatte ein legend\u00e4res Zeitungsviertel und alle gro\u00dfen Verlage verf\u00fcgten \u00fcber gro\u00dfe Leses\u00e4le. F\u00fchrende Journalisten hie\u00dfen damals Wolff, Tucholsky, Jacobsohn, Polgar, Ossietzky und Kisch. Erich Maria Remarque schrieb im Sportteil \u00fcber Autorennen, Joseph Roth Reportagen. Um nur einige zu nennen. Wahre Gr\u00f6\u00dfe. Theaterkritiken wurden \u00e4hnlich hei\u00df erwartet, wie die neuesten Sportberichte. Ein Konkurrent von Alfred Kerr um den Thron des f\u00fchrenden Kritikers in der Stadt war Herbert Ihering. Dieser besuchte 1924 eine Auff\u00fchrung von Schillers Wallenstein-Trilogie mit Werner Krau\u00df in der Titelrolle. Das Wort geht an Herbert Ihering:<\/p>\n<blockquote><p>Wenn Werner\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> nichts anderes getan h\u00e4tte, als scheinbar logische Widerspr\u00fcche in seelische Zusammenh\u00e4nge hinaufzuf\u00fchren \u2013 sein Wallenstein w\u00e4re eine theatergeschichtliche Tat geworden. Sein Wallenstein war mehr. (Berliner B\u00f6rsen-Courier, 14.10.1924)<\/p><\/blockquote>\n<p>Schon zur Nazizeit aber vor dem Krieg, zwischen 1936 und 1937, hielt sich der noch unbekannte irische Autor und Dramatiker Samuel Beckett &#8211; &#8218;Warten auf Godot&#8216; sollte noch 20 Jahre auf sich warten lassen &#8211; in Berlin auf. Er ging ins Theater und notierte \u00fcber Werner Krau\u00df in sein Tagebuch:<\/p>\n<blockquote><p>Ein gro\u00dfer Schauspieler, nie einen besseren gesehen.<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_12595\" aria-describedby=\"caption-attachment-12595\" style=\"width: 736px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12595\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/3cf78ece060e6ba219a35dc870fa6d75-berlin.jpg\" alt=\"\" width=\"736\" height=\"515\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/3cf78ece060e6ba219a35dc870fa6d75-berlin.jpg 736w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/3cf78ece060e6ba219a35dc870fa6d75-berlin-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 736px) 100vw, 736px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12595\" class=\"wp-caption-text\">Legend\u00e4res Kino. Berliner &#8222;Titania-Palast&#8220; 20er Jahre. Krau\u00df und Kortner waren auch Filmstars jener Zeit.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Den einmaligen Glanz dieser Schauspieler zu beschreiben, es br\u00e4uchte viele B\u00fccher. Zwei echte Titanen, ihre Kunst und ihr K\u00f6nnen nicht wiederholbar. Die Aussage mag etwas dumpf klingen, aber solche Giganten gibt es heute auf keiner B\u00fchne dieser Welt mehr. Die grandiose Elisabeth\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Bergner<\/span>\u00a0sagte \u00fcber\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0<em>\u201eder gr\u00f6\u00dfte Schauspieler aller Zeiten\u201c<\/em>, der nicht minder bedeutende Schauspieler Thomas\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Holtzmann<\/span>\u00a0sagte nach einer 50-j\u00e4hrigen B\u00fchnenkarriere 2005 in einer TV-Dokumentation \u00fcber\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> <em>\u201eder einzig wirklich geniale Mann, mit dem ich in meinem Leben zusammengearbeitet habe\u201c<\/em>. Bei den Nazis war der Anti-Nazi, Demokrat und Republikaner Fritz <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> der Prototyp des \u201eb\u00f6sen Juden\u201c, \u00fcber den sie Propagandadreck und Rufmord nebst st\u00e4ndigen Morddrohungen schon weit vor ihrer Blutherrschaft <span class=\"hiddenSpellError\">ausk\u00fcbelten<\/span>.\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> befand sich im Augenblick der Machtergreifung gerade auf Gastspieltour in Skandinavien und kehrte nicht mehr zur\u00fcck. Ihm w\u00e4re die \u201eEhre\u201c der Nazis zuteilgeworden als einer der ersten gefoltert und erschlagen zu werden oder irgendwann ins Gas zu gehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12673\" aria-describedby=\"caption-attachment-12673\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12673\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/csm_01_nsdoku_Buecherverbrennungen_Berliner-Opernplatz__c__SZ-Photo_d15076f698.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/csm_01_nsdoku_Buecherverbrennungen_Berliner-Opernplatz__c__SZ-Photo_d15076f698.jpg 600w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/csm_01_nsdoku_Buecherverbrennungen_Berliner-Opernplatz__c__SZ-Photo_d15076f698-300x217.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12673\" class=\"wp-caption-text\">Deutsche lieben Ordnung. Vor den Menschen verbrannte das braune Pack die B\u00fccher.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Um\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0in dieser Zeit eher viel Behaglichkeit und wohlige B\u00fcrgerlichkeit in der Sonne seines Ruhmes. Mit den Nazis auszukommen, war kein Problem.\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0war Antisemit und mochte auch viel von dem menschenverachtenden Gedr\u00f6hn des braunen Packs.\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0wusste sich gut rauszuhalten, war einer dieser typischen Stammtischantisemiten, die es wie Regentropfen gab. Ansonsten nur der B\u00fchne verpflichtet, f\u00fcr eine gute Rolle tat\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0viel. Irgendwann alles. Als die Nazis ans Ruder kamen, ruderte\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> fr\u00fch und behaglich mit. Am Theater gab es viel zu tun, schlie\u00dflich waren viele Kollegen emigriert, der UFA-Film, jetzt eher Goebbels-Film, rief nach seinem Format und seiner Wandlungsf\u00e4higkeit. Einmal noch sorgte Krau\u00df auf dem gro\u00dfen Theaterniveau der 20er Jahre f\u00fcr Furore, als im Staatstheater, Kortners ehemaliger Wirkungs- und Triumphst\u00e4tte, der geniale wie manische Theaterregisseur J\u00fcrgen Fehling &#8218;Richard III&#8216;. von Shakespeare inszenierte. Fr\u00fcher eine Paraderolle des emigrierten Fritz Kortner. In der Inszenierung aus dem Jahr 1920 unter der Regie von Leopold Jessner raste und tobte Kortner \u00fcber die B\u00fchne, dass es die Zuschauer in die Sitze dr\u00fcckte. Nie soll sich ein Schauspieler auf einer deutschen B\u00fchne so verausgabt haben. Der junge Kortner war f\u00fcr solche Kraftakte wie gemacht und darin einmalig. Im alten Kortner brannte diese Flamme bis in seine letzten Tage weiter. Krau\u00df stand Kortner als Richard in nichts nach und lieferte &#8211; auch darin Kortner \u00e4hnlich &#8211; eine der gr\u00f6\u00dften Leistungen der deutschen B\u00fchnengeschichte. Wenn Krau\u00df die Rolle auch v\u00f6llig anders anlegte. Den Regisseur Fehling sahen einige wegen dieser Auff\u00fchrung schon im KZ.\u00a0 Die Zuschauer fast atemlos, es herrschte Diktatur und man schrieb das Jahr 1937. Zwischen dieser Premiere und den Vorstellungen spielte und filmte Krau\u00df weiter unaufh\u00f6rlich. Er war in seinem Element.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12499\" aria-describedby=\"caption-attachment-12499\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12499\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Krauss_Bismarck-Film-1024x576.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Krauss_Bismarck-Film-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Krauss_Bismarck-Film-300x169.png 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Krauss_Bismarck-Film-768x432.png 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Krauss_Bismarck-Film.png 1259w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12499\" class=\"wp-caption-text\">Krau\u00df als Geheimrat von Holstein im UFA-Film &#8218;Die Entlassung&#8216; von 1942 (Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Fehling lie\u00df diesen Richard III. mit zu gro\u00dfem Schwert, wackeliger Krone, blutigen H\u00e4nden und einer unkontrollierten Machtgeilheit auftreten. Schleichend und verschlagen. Dessen Schergen, fast so wie SA M\u00e4nner eingekleidet, mordeten munter f\u00fcr den Irrsinn ihres Anf\u00fchrers. <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> spielte famos den Gr\u00f6\u00dfenwahn und die Bosheit im Mantel des Biedermanns. Er soll absolut grandios gewesen sein. Im R\u00fcckblick war dieser Theaterabend die letzte \u00f6ffentliche Bekundung gegen das schon lange etablierte Naziregime. <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>, ein\u00a0<span class=\"hiddenGrammarError\">Vorzeiged<\/span>eutscher f\u00fcr die Nazis und ein Sympathisant ihrer Sch\u00e4ndlichkeit sowie Fehling, als Theatergenie dringend ben\u00f6tigt, kamen unbehelligt davon. \u00dcber das Hinken von\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>, sein Richard f\u00fchrte den Klumpfu\u00df so \u00fcber die B\u00fchnenbretter wie Goebbels den seinen, war gefl\u00fcstertes Stadtgespr\u00e4ch. Das Staatstheater war auch der Machtbereich von Hermann G\u00f6ring, der dem Propagandaminister gern eines auswischte.\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> hatte mal wieder nur gespielt, diesmal sogar gegen seine neuen Freunde. K\u00fcnftig stellte er sein K\u00f6nnen dann aber vorbehaltlos in deren braune Dienste. Ob nun Propaganda- oder Durchhaltefilme und nat\u00fcrlich auf der B\u00fchne, die ihm alles bedeutete. Auf die Frage, warum er alles und so viel spielte, fast jeden Abend in eine Rolle schl\u00fcpfte, sagte <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0einmal: <em>\u201eUm nicht Werner\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0sein zu m\u00fcssen.\u201c<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_12491\" aria-describedby=\"caption-attachment-12491\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12491\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20105026.webp\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20105026.webp 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20105026-225x300.webp 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12491\" class=\"wp-caption-text\">Werner Krau\u00df (1884 &#8211; 1959)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Fritz\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>\u00a0war da schon vom Exil gepr\u00e4gt. Erst London, sp\u00e4ter New York und Kalifornien. Bei der Einreise in die USA ein Stich ins Herz. Buchstabieren\u00a0<span class=\"hiddenGrammarError\">sie<\/span>\u00a0ihren\u00a0<span class=\"hiddenGrammarError\">Namen<\/span> lautet die Anweisung des Einreisebeamten. Niemand in den USA kannte diesen L\u00f6wen der Berliner B\u00fchnen. Familienmensch <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> wusste Frau und zwei Kinder sicher durchzubringen. Er lernte gutes und korrektes Englisch, spielte aus Geldgr\u00fcnden in Filmen, die unter seinem K\u00f6nnen und Niveau. Filmrollen, \u00fcber die er daheim nicht reden wollte. Es galt dem Broterwerb, nicht der Kunst, deswegen zog er dar\u00fcber einen Schwamm. Sehr gutes Hollywood-Geld brachte ihm sp\u00e4ter ein besonderes Talent. Manchmal stecken Dreharbeiten beim Film fest, keiner wei\u00df, weshalb und warum und wie man das Ding wieder in Gang setzt. Dann holen die Produzenten einen rettenden Blick von au\u00dfen, der eine Idee liefert und empfehlen kann, wie es weitergehen k\u00f6nnte. Daf\u00fcr besa\u00df der hochintelligente und gebildete <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> ein enormes und bald gefragtes Talent. Das \u00dcberleben also gesichert, die Not gebannt. Viel f\u00fcr einen Exilanten in damaliger Zeit. Kortner wusste sich und die seinen aus eigener Kraft zu behaupten. Andere nagten am Hungertuch, verzweifelten oder sprangen aus dem Fenster.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12676\" aria-describedby=\"caption-attachment-12676\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12676\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/fdrbible.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/fdrbible.jpg 350w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/fdrbible-300x239.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12676\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcr Kortner der wichtigste Mann seiner Zeit. US-Pr\u00e4sident (1933 &#8211; 1945) Franklin D. Roosevelt.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nicht mehr auf der B\u00fchne zu stehen, muss Kortner zerrissen haben. So konzertierte er sich auf Politik. Er bewunderte und unterst\u00fctzte den gegen die deutschen Nazis mobil machenden Pr\u00e4sidenten Franklin D. Roosevelt, als die US-\u00d6ffentlichkeit noch mit den Nazis in gutem Einvernehmen. Die enorm einflussreiche Politikjournalistin Dorothy Thompson, die gegen Roosevelt agitierte, um die USA aus dem europ\u00e4ischen Krieg zu halten, kannte <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>. Der wiederum argumentierte und erkl\u00e4rte Frau Thompson so intensiv die deutschen Verh\u00e4ltnisse, dass Thompson pl\u00f6tzlich zu einer Roosevelt-Unterst\u00fctzerin wurde. Die Stimmung in den USA drehte sich auch dadurch zugunsten der Politik des Pr\u00e4sidenten. Enorm wichtig f\u00fcr die Briten und den k\u00fcnftigen Ausgang des Krieges. Als Winston Churchill sich bei seinem Geheimdienst erkundigte, wer und was den Sinneswandel in den USA bewerkstelligten, h\u00f6rte er erstmals den Namen <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> und fragte nach der Erkl\u00e4rung seiner Leute verbl\u00fcfft nach: <em>\u201eEin Schauspieler?\u201c<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_12572\" aria-describedby=\"caption-attachment-12572\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12572\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Familie-Kortner.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Familie-Kortner.jpg 600w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Familie-Kortner-300x231.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12572\" class=\"wp-caption-text\">Ehepaar Johanna Hofer\/Fritz Kortner. 60er Jahre.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vor der Politik und der ganzen Welt kamen bei\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> immer Frau und Kinder. An jedem zweiten Wochenende war <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> in den Exiljahren abwechselnd entweder mit Sohn Peter <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> (1924 &#8211; 1991) oder Tochter Marianne <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> (1929 &#8211; 2014) unterwegs. Marianne erz\u00e4hlte noch im hohen Alter liebend von ihrem Vater. Der bestach sehr oft die Besitzer von Wurf- und W\u00fcrfelbuden auf dem Rummelplatz, damit Marianne gewinnt und Freude hat. Aber Marianne kam ihrem Vater irgendwann dahinter, weil sie so viel Gl\u00fcck selbst als Kind nicht glauben wollte. Nach dem puren Spa\u00df das obligate gute Essen und die Frage des Erwachsenen, was die Kinderherzen aktuell begl\u00fcckt oder bedr\u00fcckt. Damals waren solche V\u00e4ter noch eine Ausnahme, heute gibt es viele V\u00e4ter, die wie <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner sind<\/span>, was diesen Menschenfreund begl\u00fccken w\u00fcrde. F\u00fcr\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> gab es tiefe Ehrlichkeit nur in Kinderherzen zu finden. Sohn Peter und Tochter Marianne waren ihrem Vater wie der Mutter zeitlebens dankbar, dass sie 14 Jahre Exil nicht wie eine Katastrophe erlebten und unbeschadet aufwachsen konnten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12577\" aria-describedby=\"caption-attachment-12577\" style=\"width: 261px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12577\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/scaled-261x417-Kortner_Fritz_eigentlich_Fritz_Nathan_Kohn1.jpg\" alt=\"\" width=\"261\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/scaled-261x417-Kortner_Fritz_eigentlich_Fritz_Nathan_Kohn1.jpg 261w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/scaled-261x417-Kortner_Fritz_eigentlich_Fritz_Nathan_Kohn1-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12577\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcber Jahrzehnte Lebensrolle: Shylock. 20er Jahre in Berlin. Niemand kam Kortner gleich.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine Rolleninterpretation von\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>\u00a0und\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0ging in die Geschichte ein. Die T\u00fcren zu ber\u00fchmt und ber\u00fcchtigt \u00f6ffneten sich.\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> spielte vor der Machtergreifung der Nazis in Shakespeares &#8218;Kaufmann von Venedig&#8216; in unterschiedlichen Inszenierungen den Shylock, ging mit der Rolle auch in ganz Europa erfolgreich auf Tournee. Noch 1968 spielte der todkranke <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>\u00a0den\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Shylock letztmals<\/span>\u00a0in einem Film. Er ersch\u00fctterte und bewegte Menschen zutiefst und lie\u00df sie nachdenklich aus dem Theater gehen. Als Werner\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a01943 den\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Shylock<\/span>\u00a0im Wiener Burgtheater spielte, gingen der Abend und die Leistung von\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0ebenfalls in die Geschichte ein. Allerdings in die Geschichte des B\u00f6sen. Was\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> vor Publikum und Nazigr\u00f6\u00dfen bot, muss entsetzlich gewesen sein. Der Zeitzeuge und Theaterforscher G\u00fcnther R\u00fchle zog den Vergleich mit <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner und kam zu folgendem Ergebnis: <em>\u201e<\/em><\/span><em>Wenn <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>\u00a0den\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Shylock<\/span>\u00a0spielte, ging man menschlich aus dem Theater. Nach\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> Vorstellung verlie\u00df man das Theater als Antisemit.\u201c <\/em><span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> machte genau in der moralischen Gosse weiter, in die er schon 1940 gesprungen war, indem er das \u00fcbelste Filmmachwerk der Nazis mit seiner Kunst ehrte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12579\" aria-describedby=\"caption-attachment-12579\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12579\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Werner-Krausz_Burgtheater_NS-Winterhilfswerk.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Werner-Krausz_Burgtheater_NS-Winterhilfswerk.jpg 400w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Werner-Krausz_Burgtheater_NS-Winterhilfswerk-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12579\" class=\"wp-caption-text\">Werner Krau\u00df. Sammeln f\u00fcr das Winterhilfswerk der Nazis.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zum Wohlgefallen von Joseph Goebbels spielte Werner\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df n\u00e4mlich<\/span>\u00a0in Veit\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Harlans<\/span>\u00a0\u201e<span class=\"hiddenSpellError\">Jud<\/span> S\u00fc\u00df\u201c Film sechs j\u00fcdische Rollen in einer so perfiden Ausrichtung, dass die Nazis-Bonzen ihr Propagandagl\u00fcck gar nicht fassen konnten. Goebbels und Hitler waren begeistert. Die Deutschen, von jeher ein elendes Pack unter den V\u00f6lkern, von perfider Lumperei immer magisch angezogen, rannten geifernd ins Kino. 20 Millionen Zuschauer! Darunter auch die Wachmannschaften von Auschwitz-Birkenau. Der \u00fcbelste Propagandafilm der Nazis wurde ein \u201eErfolg\u201c auch wegen Werner <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>. Dieser hatte sich und sein K\u00f6nnen auf ewig beschmutzt. Wohlmeinende Freunde wie Wolfgang Liebeneiner, die ihn hinter vorgehaltener Hand warnten, das doch blo\u00df nicht zu tun, wurden von ihm abgeb\u00fcgelt. Er protzte damit an, schlie\u00dflich sechs Rollen in einem Film zu spielen und sprach von einem Geschenk f\u00fcr jeden Schauspieler. So sah die Welt des Werner <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0aus. Bis 1945.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12668\" aria-describedby=\"caption-attachment-12668\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12668\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/00119125th.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/00119125th.jpg 320w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/00119125th-240x300.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12668\" class=\"wp-caption-text\">Schnell rehabilitiert. Werner Krau\u00df in Wien als &#8222;Hauptmann von K\u00f6penick&#8220;. Burgtheater 1950.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Hitlers tausendj\u00e4hriges Reich in Flammen untergeht bekommt Krau\u00df Berufsverbot und wartet. Warten tut auch Fritz Kortner. Auf seine R\u00fcckkehr nach Deutschland. Er kommt fr\u00fch. 1947. Die US-Staatsb\u00fcrgerschaft beh\u00e4lt er. Den Deutschen traut dieser Gezeichnete nie mehr. Wie auch? In seinen Lebenserinnerungen kann man es nachlesen: <em>\u201eIch erfuhr, dass aus meiner Familie elf Verwandte vergast worden waren.\u201c<\/em> Was wohl Werner Krau\u00df dazu gesagt h\u00e4tte? <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> soll sofort am Deutschen Theater in Berlin den K\u00f6nig Philipp im &#8218;Don Carlos&#8216; spielen. Eine fr\u00fchere Glanzrolle von ihm, in der ihm wiederum nur Werner <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0das Wasser reichen konnte. Daraus wird aber nichts. Das Deutsche Theater liegt im sowjetischen Sektor, der Kalte Krieg d\u00e4mmert l\u00e4ngst auf.\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> k\u00f6nnte seine US-Staatsb\u00fcrgerschaft verlieren. Also muss er absagen, spielt daf\u00fcr in einem Film, f\u00fcr den er das Drehbuch verfasste. Besonders die Regie am Theater interessiert ihn da l\u00e4ngst mehr als die Schauspielerei. 1950 inszeniert er im Westteil Berlins selber den &#8218;Don Carlos&#8220;, spielt auch die Rolle des K\u00f6nig Philipp. Berlin jubelt, <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> ist zur\u00fcck. Der Jubel verhallt. <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> schafft es, mit Schillers Drama den Deutschen den Spiegel vorzuhalten, f\u00fcr alles, was sie zwischen 1933 und 1945 getan und nicht getan. So etwas wollen die alten Nazis und die kommenden Wirtschaftswunder-Deutschen nicht h\u00f6ren. <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span>\u00a0verl\u00e4sst bald Berlin, siedelt sich in M\u00fcnchen an.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12583\" aria-describedby=\"caption-attachment-12583\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12583\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/8953-1160x580-c-default-1024x512.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/8953-1160x580-c-default-1024x512.jpg 1024w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/8953-1160x580-c-default-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/8953-1160x580-c-default-768x384.jpg 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/8953-1160x580-c-default.jpg 1160w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12583\" class=\"wp-caption-text\">Fritz Kortner im Film &#8218;Der Ruf&#8216; von 1949. (Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>1953 inszeniert Kortner wieder im Westteil Berlins. Das Antikriegsst\u00fcck \u201eDer Preispokal\u201c von <span class=\"hiddenSpellError\">Se\u00e1n<\/span>\u00a0O\u2019<span class=\"hiddenSpellError\">Casey<\/span>. Gegen den Krieg und f\u00fcr den Frieden. So etwas wollen die alten Kameraden nun \u00fcberhaupt nicht h\u00f6ren. L\u00e4ngst sitzen sie wieder in Vorstandsetagen vor Landkarten und in Schaltstellen der Macht, gr\u00fcbeln, warum sie den Krieg gegen \u201eden Russen\u201c verloren haben. Jetzt m\u00f6chten sie eigentlich Atomwaffen und eine n\u00e4chste Chance im Osten. Da kommt ihnen dieser <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner ausgerechnet<\/span> mit Frieden und wettert gegen den Krieg. Einem Emigranten, Antifaschisten und Juden traut der anst\u00e4ndige Deutsche nicht. In diesem Klima, in dem der braune Dreck l\u00e4ngst wieder oben schwimmt, die T\u00e4ter rehabilitiert, reingewaschen oder unbehelligt, lebt auch Werner <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> wieder auf. Das Berufsverbot aufgehoben, spielt <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df ebenfalls<\/span>\u00a0im Westteil Berlins. Dagegen erhebt sich Protest junger Leute, der im Jubel von deren braunen V\u00e4tern aber untergeht. Dennoch macht sich\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> aus Berlin fort. Es gibt andernorts wieder viel zu spielen und alle seine gro\u00dfen Rollen warten erneut auf ihn. Auch der K\u00f6nig Philipp. Er zieht von Triumph zu Triumph. Verlernt hat Werner <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0nichts. 1954 wird ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen, \u201e<span class=\"hiddenSpellError\">Jud<\/span>\u00a0S\u00fc\u00df\u201c hin oder her.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12586\" aria-describedby=\"caption-attachment-12586\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12586\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Der_traurige_Prinz_Don_Carlos_1955_Burgtheater_Werner_Krauss_Oskar_Werner_300_oesterreichisches_bildarchiv.gif\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"403\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12586\" class=\"wp-caption-text\">Krau\u00df als K\u00f6nig Philipp mit dem jungen Oskar Werner als Don Carlos. (Burgtheater 1955)<\/figcaption><\/figure>\n<p>1957 verleiht man auch Fritz Kortner das Bundesverdienstkreuz. Noch eine h\u00f6here Stufe. Mehr Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den beiden Granden des deutschsprachigen Theaters nicht. <span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> spielt derweil und h\u00e4lt sich von anderen Dingen fern, zur Vergangenheit m\u00f6chte er nicht mehr befragt werden. <span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> inszeniert, eckt immer wieder bei Ewiggestrigen an und schneidet dem Theater gerne verstaubte Z\u00f6pfe ab. Er wird bis an sein Lebensende ein gefeierter und gef\u00fcrchteter Regisseur bleiben, der im deutschsprachigen Theaterraum Ma\u00dfst\u00e4be setzte, die bis heute g\u00fcltig. Eine Theaterleitung hat man ihm allerdings nie \u00fcbertragen, diese Jobs waren eher alten Nazisympathisanten vorbehalten. Seine vielleicht gro\u00dfartigste Inszenierung &#8218;Warten auf Godot&#8216; von Samuel Beckett, mit Heinz R\u00fchmann, Ernst Schr\u00f6der und Friedrich <span class=\"hiddenSpellError\">Domin<\/span>. Als Schauspieler ist er nicht mehr oft zu erleben. Wenn doch, dann landet er Triumphe, wie sie nur Werner\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span> schafft. Seine sch\u00f6nste Altersrolle, der Krapp von Samuel Beckett im &#8218;<span class=\"hiddenSpellError\">Letzen<\/span> Band&#8216;. Au\u00dferdem schreibt Kortner die intensivsten Memoiren, die je ein Schauspieler verfasste. Kortner war ein scharfsinniger Beobachter seiner Zeit, nicht nur des Theaters. Davon lebt und spr\u00fcht sein Buch bis heute und bleibt zeitlos g\u00fcltig. Sehr zu empfehlen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12590\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/41EDpth6DFL.jpg\" alt=\"\" width=\"313\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/41EDpth6DFL.jpg 313w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/41EDpth6DFL-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 313px) 100vw, 313px\" \/><\/p>\n<p>Wer kann heute noch Schauspieler dieser Qualit\u00e4t beurteilen, wo Ma\u00dfst\u00e4be eher l\u00e4stig als g\u00fcltig? Die Menschen lassen sich im Spiegel ihrer Zeit werten. Da muss jeder sein eigenes Urteil finden. Es l\u00e4sst sich wohl sagen, dass es in Deutschland zu allen Zeiten &#8211; bis in die unsere hinein &#8211; immer zu wenig Menschen vom Charakter des Fritz Kortner gegeben hat und zu viele vom Opportunismus des Werner Krau\u00df. Jedenfalls reichen ihre Nachkl\u00e4nge bis in die Moderne. Im Internet l\u00e4sst sich vor allem bei YouTube in Sachen Fritz Kortner die Spur aufnehmen und einiges hochinteressante finden. Von Werner Krau\u00df dagegen wenig. Bei YouTube dennoch eine Gemeinsamkeit der M\u00e4nner, die au\u00dfer dem Beruf und ihrer Profession nichts verband. Zwei Tondokumente. Beide haben im hohen Alter f\u00fcr die Schallplatte die &#8218;Apologie des Sokrates&#8216; von Platon eingesprochen. So kann man ein beeindruckendes St\u00fcck Weltliteratur und Philosophiegeschichte von zwei Gro\u00dfmeistern der Sprache nachh\u00f6ren. Am Ende hei\u00dft es bei Platon:<\/p>\n<blockquote><p>Jedoch \u2013 es ist Zeit, dass wir gehen: ich, um zu sterben, und ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Gesch\u00e4ft hingehe, das ist allen\u00a0verborgen, au\u00dfer nur Gott.<\/p><\/blockquote>\n<p>Werner\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Krau\u00df<\/span>\u00a0ging im Alter von 75 Jahren am 20. Oktober 1959. Fritz\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">Kortner<\/span> ging im Alter von 78 Jahren am 22. Juli 1970. Fritz Kortner sagte \u00fcber Werner Krau\u00df:<\/p>\n<blockquote><p>Ein Nazi und ein Schweinehund &#8211; aber ein gro\u00dfer Schauspieler.<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_12591\" aria-describedby=\"caption-attachment-12591\" style=\"width: 278px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12591\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Download.jpg\" alt=\"\" width=\"278\" height=\"181\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12591\" class=\"wp-caption-text\">Grab Werner Krau\u00df (Wien)<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_12593\" aria-describedby=\"caption-attachment-12593\" style=\"width: 338px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12593\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/1459884_xl.jpg\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/1459884_xl.jpg 338w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/1459884_xl-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12593\" class=\"wp-caption-text\">Grab Fritz Kortner (M\u00fcnchen)<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><em><span style=\"font-size: 10pt;\">*Titelbild: Fritz Kortner auf der B\u00fchne der M\u00fcnchner Kammerspiele (Screenshot: Syberberg-Film \u00fcber Kortner, 1966)<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fritz\u00a0Kortner, 1892 in Wien und Werner\u00a0Krau\u00df, 1884 in der N\u00e4he von Coburg geboren, sind wohl bis heute die bedeutendsten und gro\u00dfartigsten Schauspieler, die je auf deutschsprachigen B\u00fchnen standen. Weder in ihrer Zeit noch<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":13145,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[3824,3881,3886,978,826,2024,59,3892,123,801,3830,3827,1364,980,602,2023,3751,3823,3825,3891,2457,3885,1003,1251,3779,3883,3884,1080,3828,752,74,3882,3826,208,994],"class_list":["post-12084","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur","tag-antipoden","tag-antisemit","tag-apologie","tag-auge","tag-band","tag-beckett","tag-berlin","tag-brooks","tag-buerger","tag-danton","tag-dorn","tag-elogen","tag-erfolg","tag-feld","tag-franklin-d-roosevelt","tag-godot","tag-kortner","tag-krauss","tag-kritiker","tag-lulu","tag-mob","tag-platon","tag-republik","tag-rollen","tag-schuster","tag-shylock","tag-sokrates","tag-stoerungen","tag-syberberg","tag-theater","tag-tuer","tag-venedig","tag-verrisse","tag-welt","tag-wien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12084"}],"version-history":[{"count":134,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12084\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19324,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12084\/revisions\/19324"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/13145"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}