{"id":1424,"date":"2021-07-29T14:29:49","date_gmt":"2021-07-29T12:29:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=1424"},"modified":"2021-08-04T06:40:48","modified_gmt":"2021-08-04T04:40:48","slug":"apokalypse-oder-neuseeland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=1424","title":{"rendered":"Apokalypse oder Neuseeland"},"content":{"rendered":"<p>Was ein UNO-Generalsekret\u00e4r sagt, ist in etwa so wirkungsm\u00e4chtig wie die Predigt des Pastors am Sonntag. Dessen Kirchent\u00fcr ist noch nicht ins Schloss gefallen, da geht jeder wieder seinen unfrommen Weg. Dennoch kann manchmal eine bemerkenswerte Erkenntnis aus den B\u00fcros der Organisation der Vereinten Nationen dringen. Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres sagte im Herbst 2020 etwas, was seither auf dem Planeten eindrucksvoll wie schrecklich best\u00e4tigt wird: \u201eEine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. \u00d6kosysteme verschwinden vor unseren Augen. Menschliche Aktivit\u00e4ten sind die Wurzel unseres Abstiegs ins Chaos. Aber das bedeutet, dass menschliches Handeln helfen kann, es zu l\u00f6sen.\u201c Im Schlusssatz muss man Guterres widersprechen. Von \u201el\u00f6sen\u201c kann keine Rede mehr sein, es geht nur noch um \u201elindern\u201c. Die reine Wahrheit mag Politik den Menschen halt nie zumuten. <span data-offset-key=\"cthhl-0-0\">Der voranschreitende Abstieg ins Chaos\u00a0 k\u00f6nnte auch ein Thema f\u00fcr den Bundestagswahlkampf sein. Aber man debattiert <\/span><span id=\"decorator-corrected-entity-id-2\" data-entity-key=\"2\" data-offset-key=\"cthhl-1-0\"><span data-offset-key=\"cthhl-1-0\">lieber, ob<\/span><\/span><span data-offset-key=\"cthhl-2-0\"> Laschet gerade S\u00e4tze kann oder Baerbock krumme schreibt.<\/span><\/p>\n<p>Es gibt Orte auf dieser Welt, wo die oberen Zehntausend schon f\u00fcr ihre pers\u00f6nliche Linderung Land kaufen und emsig bauen. Bevorzugt Bunker in Neuseeland. Eine aktuelle Studie des Global Sustainability Institute, der Anglia Ruskin University, Cambridge, ver\u00f6ffentlicht auf dem Online-Portal von \u201eSustainability\u201c (MDPI) unter dem etwas klobigen Titel \u201eAn Analysis of the Potential for the Formation of \u2018Nodes of Persisting Complexity\u2019\u201c, gibt beredt Auskunft \u00fcber den Stand der Apokalypse. Die zwei Eingangss\u00e4tze der Studie sind deutlich: \u201eDie menschliche Zivilisation hat seit ihrer Entstehung einen kontinuierlichen Verlauf steigender soziopolitischer Komplexit\u00e4t durchlaufen; ein Trend, der in letzter Zeit eine dramatische Beschleunigung erfahren hat. Dieses Ph\u00e4nomen hat zu immer st\u00e4rkeren St\u00f6rungen des Erdsystems gef\u00fchrt, die sich in j\u00fcngster Zeit als globale Auswirkungen wie den Klimawandel manifestieren.\u201c Die Verfasser und Wissenschaftler der Studie sagen weiter: \u201eDie menschliche Zivilisation sei aufgrund der hochgradig vernetzten und energieintensiven Gesellschaft, die sich entwickelt habe, und der dadurch verursachten Umweltsch\u00e4den in einem gef\u00e4hrlichen Zustand.\u201c Die Autoren mahnen: \u201eWir hatten Gl\u00fcck, dass nicht alles gleichzeitig passiert ist \u2013 es gibt keinen wirklichen Grund, warum nicht alles gleichzeitig passieren kann, also weltweite Lebensmittelverluste, eine Finanzkrise und eine Pandemie \u2013 alles in einem Jahr.\u201c<\/p>\n<p>Aus dem \u201egef\u00e4hrlichen Zustand\u201c prognostizieren die Macher der Studie einen globalen gesellschaftlichen Zusammenbruch. Dieser Zusammenbruch k\u00f6nnte durch globale Katastrophen wie eine noch schlimmere Pandemie als Covid-19, eine schwere Finanzkrise, die sp\u00fcrbaren Auswirkungen der Klimakrise, die andauernde Naturzerst\u00f6rung oder eine Kombination aus allem entstehen. Als einen Ort f\u00fcr die M\u00f6glichkeit des \u00dcberlebens nach dem Zusammenbruch geben die Wissenschaftler Neuseeland an. Da sind wir wieder bei den oberen Zehntausend und ihren Bunkern. Die Studie stuft weitere Regionen mit Insellage an die Tabellenspitze der \u00dcberlebensr\u00e4ume. Neben Neuseeland sind demnach Island, Gro\u00dfbritannien, Tasmanien und Irland die am besten geeigneten Orte, um einen globalen Zusammenbruch zu \u00fcberleben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1429\" aria-describedby=\"caption-attachment-1429\" style=\"width: 1280px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1429\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bild-von-Alex-Hu-auf-Pixabay.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"847\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bild-von-Alex-Hu-auf-Pixabay.jpg 1280w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bild-von-Alex-Hu-auf-Pixabay-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bild-von-Alex-Hu-auf-Pixabay-1024x678.jpg 1024w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bild-von-Alex-Hu-auf-Pixabay-768x508.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1429\" class=\"wp-caption-text\">Neuseeland &#8211; Land der Begehrlichkeiten (Bild: Alex Hu auf Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der Studie wurden die L\u00e4nder nach ihrer F\u00e4higkeit eingestuft, Nahrung f\u00fcr ihre Bev\u00f6lkerung anzubauen, ihre Grenzen vor unerw\u00fcnschter Massenmigration zu sch\u00fctzen und ein Stromnetz und eine gewisse Produktionskapazit\u00e4t aufrechtzuerhalten. Inseln in gem\u00e4\u00dfigten Regionen und meist mit geringer Bev\u00f6lkerungsdichte landeten dabei an der Spitze. \u201eWir waren nicht \u00fcberrascht, dass Neuseeland auf unserer Liste stand\u201c, sagte Prof. Aled Jones vom Global Sustainability Institute der Anglia Ruskin University in Gro\u00dfbritannien. Es wurde in der Studie festgestellt, dass Neuseeland aufgrund seiner geothermischen und hydroelektrischen Energie, seines reichhaltigen Ackerlandes und seiner geringen Bev\u00f6lkerungsdichte das gr\u00f6\u00dfte Potenzial hat, relativ unbeschadet zu \u00fcberleben. Prof. Jones sieht sogar etwas Grund zum Optimismus, der hier nicht unterschlagen werden soll: \u201eDie Coronavirus-Pandemie habe gezeigt, dass Regierungen bei Bedarf schnell handeln k\u00f6nnten. Es ist interessant, wie schnell wir Grenzen schlie\u00dfen k\u00f6nnen und wie schnell Regierungen Entscheidungen treffen k\u00f6nnen, um Dinge zu \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Dann bleiben wir, die wir keinen Bunkerbau in Neuseeland auf dem pers\u00f6nlichen Zettel haben, in der Frage Apokalypse ja oder nein gespannt mit Bert Brecht: \u201eWir stehen selbst entt\u00e4uscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><em>*Beitragsbild:\u00a0 Fantasy von Stefan Keller auf Pixabay<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ein UNO-Generalsekret\u00e4r sagt, ist in etwa so wirkungsm\u00e4chtig wie die Predigt des Pastors am Sonntag. Dessen Kirchent\u00fcr ist noch nicht ins Schloss gefallen, da geht jeder wieder seinen unfrommen Weg. 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