{"id":14505,"date":"2022-08-02T09:00:59","date_gmt":"2022-08-02T07:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=14505"},"modified":"2022-08-05T12:17:21","modified_gmt":"2022-08-05T10:17:21","slug":"in-einsteins-analyse-angekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=14505","title":{"rendered":"In Einsteins Analyse angekommen"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die erste Ausgabe der neu gegr\u00fcndeten Zeitschrift &#8218;M<span class=\"hiddenSpellError\">onthly<\/span> Review&#8216; vom Mai 1949 schrieb der Physiker und Nobelpreistr\u00e4ger Albert Einstein einen Gastbeitrag. Dieser geniale Wissenschaftler und Weltb\u00fcrger <span class=\"hiddenGrammarError\">war<\/span>\u00a0niemals weltfremd oder\u00a0<span class=\"hiddenSpellError\">alltagsblind<\/span>, sondern nah an den Dingen des Lebens auch au\u00dferhalb der Physik. Aus Einsteins weitsichtiger und erschreckend aktueller Wortmeldung, die als Gesellschaftsanalyse unserer Gegenwart nicht an Aussagekraft verloren hat, sei hier ein Absatz wiedergegeben. Die heutigen Musk, Bezos und Konsorten sind darin so erkennbar wie die politische Klasse und deren gemeinsames Desinteresse an der Unterschicht. Erhellend, wie Einstein 1949 in Sachen Medien und Informationsfluss illusionslos erkennt, wer die Kapelle bezahlt, bestimmt die Musik. Das Kapital kl\u00e4rt nicht auf, sondern verhindert echte Teilhabe an der Demokratie und macht einen objektiven Blick auf die Gesellschaft und das Leben gezielt nahezu unm\u00f6glich.<\/p>\n<blockquote><p>Privates Kapital tendiert dazu, in wenigen H\u00e4nden konzentriert zu werden \u2013 teils aufgrund der Konkurrenz zwischen den Kapitalisten und teils, weil die technologische Entwicklung und die wachsende Arbeitsteilung die Entstehung von gr\u00f6\u00dferen Einheiten auf Kosten der kleineren vorantreiben. Das Ergebnis dieser Entwicklungen ist eine Oligarchie von privatem Kapital, dessen enorme Kraft nicht einmal von einer demokratisch organisierten politischen Gesellschaft \u00fcberpr\u00fcft werden kann. Dies ist so, da die Mitglieder der gesetzgebenden Organe von politischen Parteien ausgew\u00e4hlt sind, die im Wesentlichen von Privatkapitalisten finanziert oder anderweitig beeinflusst werden und in der Praxis die W\u00e4hler von der Legislative trennen. Die Folge ist, dass die <span class=\"hiddenGrammarError\">,,<\/span>Volksvertreter<span class=\"hiddenGrammarError\">\u201c<\/span> die Interessen der unterprivilegierten Schicht der Bev\u00f6lkerung nicht ausreichend sch\u00fctzen. Au\u00dferdem kontrollieren unter den vorhandenen Bedingungen die Privatkapitalisten zwangsl\u00e4ufig direkt oder indirekt die Hauptinformationsquellen (Presse, Radio, Bildung). Es ist deshalb \u00e4u\u00dferst schwierig und, f\u00fcr den einzelnen B\u00fcrger in den meisten F\u00e4llen fast unm\u00f6glich, objektive Schl\u00fcsse zu ziehen und in intelligenter Weise Gebrauch von seinen politischen Rechten zu machen. (Albert Einstein, Essay &#8218;Warum Sozialismus?&#8216; in &#8218;M<span class=\"hiddenSpellError\">onthly<\/span> Review\u2018, Mai 1949)<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die erste Ausgabe der neu gegr\u00fcndeten Zeitschrift &#8218;Monthly Review&#8216; vom Mai 1949 schrieb der Physiker und Nobelpreistr\u00e4ger Albert Einstein einen Gastbeitrag. 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