{"id":1937,"date":"2021-08-19T13:12:21","date_gmt":"2021-08-19T11:12:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=1937"},"modified":"2021-08-21T14:52:30","modified_gmt":"2021-08-21T12:52:30","slug":"kostbarkeit-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=1937","title":{"rendered":"Kostbarkeit Wasser"},"content":{"rendered":"<p><span data-offset-key=\"4nf15-0-0\">Vernichtende Feuersbr\u00fcnste, orkanartige St\u00fcrme und Flutwellen sind nicht die einzigen Auswirkungen eines sich verschiebenden Klimas. D\u00fcrre un<\/span><span id=\"decorator-corrected-entity-id-2\" data-entity-key=\"2\" data-offset-key=\"4nf15-1-0\"><span data-offset-key=\"4nf15-1-0\">d W<\/span><\/span><span data-offset-key=\"4nf15-2-0\">assermangel geh\u00f6ren zu den aktuellen und st\u00e4rker aufziehenden Katastrophen, die uns l\u00e4ngst umgeben, mehr und mehr das Leben in weiten Teilen der Erde bestimmen. Gefeit davor sind wir in unseren Breitengraden l\u00e4ngst nicht mehr. Wer h\u00e4tte gedacht, dass der einst viertgr\u00f6\u00dfte See der Welt, der Aralsee mit einer Fl\u00e4chenausdehnung in der Gr\u00f6\u00dfenordnung des Bundeslandes Bayern, einfach so von der Landkarte verschwindet? In den Sechzigerjahren noch ein beeindruckendes Gew\u00e4sser mit Fischfang und Hafenanlagen, ist er im Jahr 2021 nur noch ein Schatten einstiger Gr\u00f6\u00dfe. 80 Prozent seines Wassers sind inzwischen verloren. <span id=\"decorator-corrected-entity-id-15\" data-entity-key=\"15\" data-offset-key=\"1ag0j-1-0\">Dort, wo<\/span> einst reger Hafen- und Schiffereibetrieb herrschte und der Fischfang j\u00e4hrlich ca. 30.000 Tonnen Fisch an Land brachte, liegen heute verroste Kutter auf sandigem Grund, kein <span id=\"decorator-corrected-entity-id-22\" data-entity-key=\"22\" data-offset-key=\"1ag0j-3-0\">Wasser<\/span> weit und breit. Nur 60 Jahre waren f\u00fcr diese verheerende Katastrophe n\u00f6tig.<\/span><\/p>\n<p>Ein Viertel der Weltbev\u00f6lkerung leidet heute mindestens einen Monat im Jahr unter schwerer Wasserknappheit. Diese Not f\u00fchrt verst\u00e4rkt dazu, dass viele Menschen ein sichereres Leben in anderen L\u00e4ndern suchen und sich daf\u00fcr auf den Weg machen. Wo es kein Wasser gibt, werden die Menschen aus \u00dcberlebensgr\u00fcnden die Flucht ergreifen. Etwa 40 % der Weltbev\u00f6lkerung sind von Wasserknappheit betroffen. Laut Prognose der Vereinten Nationen k\u00f6nnten durch D\u00fcrre bis zum Jahr 2030 ca. 700 Millionen Menschen aus ihrem angestammten Lebensraum fl\u00fcchten m\u00fcssen. Sozusagen eine Vertreibung durch fehlendes Wasser. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wuchs der weltweite Wasserverbrauch mehr als doppelt so schnell wie das Bev\u00f6lkerungswachstum. Schon heute f\u00fchrt dieses Missverh\u00e4ltnis viele St\u00e4dte dazu, Wasser zu rationieren. Gro\u00dfe Metropolen auf allen Kontinenten wie Rom, Chennai, Kapstadt oder Lima sind davon schon betroffen. Wasserkrisen werden seit 2012 in der Liste der globalen Risiken gef\u00fchrt. Im Jahr 2017 trugen schwere D\u00fcrren zur schlimmsten humanit\u00e4ren Krise seit dem Zweiten Weltkrieg bei, als 20 Millionen Menschen in Afrika und im Mittleren Osten gezwungen waren, aufgrund der damit einhergehenden Nahrungsmittelknappheit ihre Heimat zu verlassen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1944\" aria-describedby=\"caption-attachment-1944\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1944\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Free-Photos-auf-Pixabay-1.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Free-Photos-auf-Pixabay-1.jpg 640w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Free-Photos-auf-Pixabay-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Free-Photos-auf-Pixabay-1-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1944\" class=\"wp-caption-text\">B\u00e4ume &#8211; Opfer der D\u00fcrre (Foto: Free-Photos auf Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit der Nachfrage nach Wasser w\u00e4chst auch das Ausma\u00df m\u00f6glicher Konflikte. Gewalt im Zusammenhang mit Wasser nimmt im Laufe der Zeit immer mehr zu. Bev\u00f6lkerungswachstum und wirtschaftliche Entwicklung treiben weltweit einen steigenden Wasserbedarf an. Der Klimawandel verringert derweil die Wasserversorgung weiter. In den meisten Industriel\u00e4ndern ist der Zugang zu sauberem Wasser einfach mit dem Aufdrehen eines Wasserhahns erledigt. Gedankenloses Verplempern inbegriffen. Die Leute in der westlichen Hemisph\u00e4re lassen jeden Tag achtlos viele Liter davon in den Abfluss laufen, ohne dar\u00fcber nachzudenken. Ob Menschen sich die Z\u00e4hne putzen, rasieren, duschen oder die Toilette benutzen, Wasser l\u00e4uft und ist ausreichend vorhanden, wird nicht als kostbares Gut wahrgenommen. Rund 1,1 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 2,7 Milliarden Menschen haben mindestens einen Monat im Jahr \u00fcberhaupt keinen Zugang zu Wasser.<\/p>\n<p><span data-offset-key=\"6fful-0-0\">Wasser ist eine der Grundzutaten f\u00fcr das Leben auf der Erde und unser K\u00f6rper besteht haupts\u00e4chlich daraus. Wenn wir gezwungen sind, auf Wasser zu verzichten, kann es sehr schnell \u00fcbel ausgehen. Im Durchschnitt macht Wasser etw<\/span><span id=\"decorator-corrected-entity-id-10\" data-entity-key=\"10\" data-offset-key=\"6fful-1-0\"><span data-offset-key=\"6fful-1-0\">a <\/span><\/span><span data-offset-key=\"6fful-2-0\">60 % bis 70 % des menschlichen K\u00f6rpers aus, weitgehend abh\u00e4ngig vom Alter. Etwa ein Drittel des Wassers, welches wir konsumieren, stammt aus unserer Nahrung. Im Gegenzug verliert unser K\u00f6rper Wasser durch Urin, Kot, Schwei\u00df und Atem, sodass wir es st\u00e4ndig durch Trinken und Essen ersetzen m\u00fcssen. Wenn wir dies nicht tun, kann unser K\u00f6rper dehydrieren. <\/span>Die Auswirkungen, die dies auf den menschlichen Organismus haben kann, sind tiefgreifend. Selbst eine leichte Dehydration kann dazu f\u00fchren, dass wir uns m\u00fcder und k\u00f6rperlich weniger leistungsf\u00e4hig f\u00fchlen. Sobald wir mehr Wasser verlieren, nimmt auch unsere F\u00e4higkeit ab, sich durch Schwitzen abzuk\u00fchlen, was eine \u00dcberhitzung zu einem gr\u00f6\u00dferen Risiko macht. Dehydration kann auch dazu f\u00fchren, dass sich lebenswichtige Teile des Herz-Kreislauf-Systems wie die Blutgef\u00e4\u00dfe verh\u00e4rten, was das Risiko eines Herzinfarkts erh\u00f6ht. Wie lange ein Mensch ohne Wasser genau \u00fcberleben kann, ist noch immer umstritten. Die meisten Wissenschaftler sind sich einig, dass Menschen nur ein paar Tage ohne Nahrung oder Wasser auskommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1943\" aria-describedby=\"caption-attachment-1943\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1943\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Charles-Nambasi-auf-Pixabay.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Charles-Nambasi-auf-Pixabay.jpg 640w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Charles-Nambasi-auf-Pixabay-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Charles-Nambasi-auf-Pixabay-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1943\" class=\"wp-caption-text\">Kontinent Afrika &#8211; T\u00e4glicher \u00dcberlebenskampf um Wasser (Foto: Charles Nambasi auf Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Achten wir also das lebensnotwendige Gut Wasser. Es ist kostbarer und einmaliger, als viele im allt\u00e4glichen Umgang damit erahnen und wahrhaben wollen. Die Einsch\u00e4tzung, Wasser ist bei uns wie aus einem F\u00fcllhorn stets im \u00dcberma\u00df vorhanden, wird sich auch in Europa als Trugschluss herausstellen. In einer vom Weltklimarat erstellten Prognose wird sogar gesch\u00e4tzt, dass bereits im Jahr 2070 ca. 44 Millionen Europ\u00e4er von Wassermangel direkt betroffen sein werden. Respekt und etwa Demut gegen\u00fcber diesem Elixier des Lebens t\u00e4te uns allen gemeinsam und einzeln gut. Vor allem rationaler und sorgsamer Umgang mit dem labenden und so wichtigen Wasser w\u00e4re ein kluger Schritt. Um unserer Gegenwart Willen und vor allem wegen der Zukunft derer, die um 2070 noch da sein werden, heute als Kinder und Jugendliche l\u00e4ngst mitten unter uns, sollten wir den schon m\u00e4chtig verw\u00fcsteten Planeten nicht weiter maltr\u00e4tieren. H\u00f6ren wir endlich auf, als k\u00f6nnte man lebenswichtige Ressourcen nach Gutsherrenart vergeuden. In der Manier, als g\u00e4be es keinen Morgen mehr weiter zu verfahren ist fahrl\u00e4ssig und menschenverachtend. Achtung vor der Natur ist auch ein St\u00fcck weit Achtung vor anderer Menschen Zukunft und Leben.<\/p>\n<p>*<em><span style=\"font-size: 10pt;\">Beitrag entstand unter Zuhilfenahme von Informationen aus Dokumentationen des Programms BBC Earth zu den Themen Wasser und D\u00fcrre.<\/span><\/em><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: 10pt;\">*Beitragsbild: Wassertropfen (Foto: Claudia Wollesen auf Pixabay)\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vernichtende Feuersbr\u00fcnste, orkanartige St\u00fcrme und Flutwellen sind nicht die einzigen Auswirkungen eines sich verschiebenden Klimas. 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