{"id":2013,"date":"2021-08-21T14:33:48","date_gmt":"2021-08-21T12:33:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=2013"},"modified":"2021-08-25T13:00:43","modified_gmt":"2021-08-25T11:00:43","slug":"vom-eise-befreit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=2013","title":{"rendered":"Vom Eise befreit"},"content":{"rendered":"<p><span data-offset-key=\"8r7tf-0-0\">Wenn es regnet, meckert der Berliner, der dies aber auch tut, wenn die Sonne scheint. Mittlerweile wohl auch der M\u00fcnchner, weil dort das Wetter nach Ansicht der Berliner auch nicht mehr, was es einmal war. Da k\u00f6nne man gleich in Berlin bleiben und Hamburg hat sowieso \u00fcberhaupt kein Wetter. Deutsche Befindlichkeiten in Sachen Wetter, gern im Taxi oder beim Friseur ausgebreitet, waren schon vor dem Wort Klimawandel beliebte Pausenf\u00fcller und Zerst\u00f6rer <\/span><span id=\"decorator-synonym-entity-id-1\" data-entity-key=\"1\" data-offset-key=\"8r7tf-1-0\"><span data-offset-key=\"8r7tf-1-0\">w<\/span><\/span><span data-offset-key=\"8r7tf-2-0\">ohliger Stille. L\u00e4ngst sind Meldungen \u00fcber das Wetter und Gespr\u00e4che \u00fcber Selbiges kaum noch beil\u00e4ufig. Zu drastisch hat sich das Wort Wetter an das Wort Katastrophe ge<span id=\"decorator-synonym-entity-id-2\" data-entity-key=\"2\" data-offset-key=\"8r7tf-1-0\">k<\/span>oppelt. Was einst eher der Konversation oder N\u00f6rgelei diente, greift heute m\u00e4chtig ans Leben und immer mehr Menschen bekommen ein Bewusstsein daf\u00fcr. Nat\u00fcrlich w\u00e4chst auch die Zahl der Ignoranten weiter an, was in der Natur des Menschen liegt, der ohne Pro und Kontra nicht gedeihen will. So t\u00e4tigen wir heute <span id=\"decorator-synonym-entity-id-3\" data-entity-key=\"3\" data-offset-key=\"8r7tf-3-0\">b<\/span>ei GERADEZU einen erneuten Blick auf Wetterkapriolen, die das verniedlichende Wort nicht verdienen. Dabei durchaus bekennend, sich nicht bei den Ignoranten einzuordnen, eher denen zuzurechnen, welche sich in aller Unbeholfenheit des Laien ein neues Bewusstsein f\u00fcr Klimafragen und Wetterverh\u00e4ltnisse aneignen. Es wird hier freim\u00fctig eingestanden, bei Besch\u00e4ftigung mit dem Gegenstand vergeht einem langsam der Spa\u00df, Regen und Sonne hin oder her. Es ist nicht gut bestellt um unsere Erde. Das Aufbegehren der Jugend gegen einen immer wahrscheinlicher werdenden klimatischen Super-GAU ist absolut berechtigt. Ob D\u00fcrre, \u00dcberflutung, zerst\u00f6rende Orkane, Flammeninfernos und unertr\u00e4gliche Hitze. Rund um den Globus kommen die Naturkatastrophen in unterschiedlichem Gewand daher. So auch in Gr\u00f6nland.<\/span><\/p>\n<p>Zum ersten Mal, seit es dar\u00fcber Aufzeichnungen gibt, ist auf den Gipfeln der einst gigantischen Eiskappe Gr\u00f6nlands, die unaufh\u00f6rlich dahin schmelzen, nun sogar Regen statt Schnee gefallen. F\u00fcr Meteorologen und Klimaforscher ein beunruhigendes Zeichen. Auf dem 3.216 Meter hohen Gipfel, liegen die Temperaturen normalerweise immer unter dem Gefrierpunkt. Der Niederschlag ist f\u00fcr alle Fachleute ein deutlicher Beleg f\u00fcr die Klimakrise. Vor Ort aktive Wissenschaftler der US National Science Foundation konnten im Tagesverlauf des 14. August 2021 dieses historische Wetterereignis aus n\u00e4chster N\u00e4he beobachten. Es fiel \u00fcber den ganzen Tag hinweg Regen. Die Beobachtung musste reichen, weil es f\u00fcr diesen Fall keinerlei Messvorrichtungen gibt, da kein Wissenschaftler auf der Welt je mit so einem Ereignis in der Arktis rechnete. Mit den vorhandenen Ger\u00e4ten und Beobachtungen konnte immerhin ermittelt werden, dass in ganz Gr\u00f6nland sch\u00e4tzungsweise 7 Milliarden Tonnen Wasser aus den Wolken freigesetzt wurden. Dem Regen gingen wie eine b\u00f6se Vorank\u00fcndigung drei au\u00dfergew\u00f6hnlich hei\u00dfe Tage in Gr\u00f6nland voraus, als die Temperaturen stellenweise um 18 \u00b0C \u00fcber dem Durchschnitt lagen. Infolgedessen wurde im gr\u00f6\u00dften Teil Gr\u00f6nlands ein rapides Schmelzen beobachtet, auf einer Fl\u00e4che, die etwa viermal (!) so gro\u00df wie Gro\u00dfbritannien ist. Bereits im Mai 2021 berichteten Forscher, dass sich ein erheblicher Teil des gr\u00f6nl\u00e4ndischen Eisschildes einem dramatischen Kipppunkt n\u00e4hert, wonach ein beschleunigtes Schmelzen unvermeidlich w\u00e4re, selbst wenn die globale Erw\u00e4rmung gestoppt w\u00fcrde. Dazu passt dann der auch auf den GERADEZU Seiten schon thematisierte Bericht des Weltklimarates (IPCC), welcher zu dem Ergebnis kam, dass es \u201eeindeutig\u201c sei, dass die durch menschliche Aktivit\u00e4ten verursachten Kohlenstoffemissionen den Planeten erhitzen, was Auswirkungen wie schmelzendes Eis und steigende Meeresspiegel zur Folge hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2016\" aria-describedby=\"caption-attachment-2016\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2016\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Ausblick-Hochwasser-Corinna-Behrens-auf-Pixabay.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Ausblick-Hochwasser-Corinna-Behrens-auf-Pixabay.jpg 640w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Ausblick-Hochwasser-Corinna-Behrens-auf-Pixabay-300x188.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2016\" class=\"wp-caption-text\">Ausblick Hochwasser (Foto: Corinna Behrens auf Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der renommierte Klimaforscher Ted Scambos, \u00e4u\u00dferte sich gegen\u00fcber dem Nachrichtensender CNN wegen des eingetretenen Regens \u00fcber Gr\u00f6nlands Gipfeln unmissverst\u00e4ndlich: \u201eWas hier vor sich geht, sind nicht nur ein oder zwei warme Jahrzehnte in einem wandernden Klimamuster. Dies ist beispiellos. Wir \u00fcberschreiten Grenzen, die seit Jahrtausenden nicht mehr gesehen wurden, und ehrlich gesagt wird sich dies nicht \u00e4ndern, bis wir unser Verhalten an das Klima anpassen.\u201c Wissenschaftlern zufolge schmilzt Gr\u00f6nlands Eis schneller als je zuvor in den letzten 12.000 Jahren, wobei der Eisverlust im Jahr 2019 bei einer Geschwindigkeit von etwa 1 Million Tonnen pro Minute lag. Zur Erinnerung: Der globale Meeresspiegel w\u00fcrde um ca. 6 Meter ansteigen, wenn das gesamte Eis Gr\u00f6nlands schmelzen w\u00fcrde. Selbstverst\u00e4ndlich w\u00fcrde dies Jahrhunderte oder Jahrtausende dauern. Aber die Billionen Tonnen, die Gr\u00f6nland seit 1994 verloren hat, treiben den Meeresspiegel in die H\u00f6he. Der Meeresspiegel ist bereits um 20 cm gestiegen, und das IPCC sagte, dass der wahrscheinliche Anstieg bis zum Ende des Jahrhunderts weitere 28 bis 100 cm betragen k\u00f6nnte. Damit werden die K\u00fcstenst\u00e4dte und K\u00fcstenregionen rund um den Globus in akute Gefahr geraten. Auch diese Uhr tickt gegen uns und l\u00e4uft unaufhaltsam ab.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><em>*Titelbild: Gr\u00f6nland (Foto: Jean-Christophe ANDRE auf Pixabay)<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn es regnet, meckert der Berliner, der dies aber auch tut, wenn die Sonne scheint. 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