{"id":3654,"date":"2021-10-18T21:13:21","date_gmt":"2021-10-18T19:13:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=3654"},"modified":"2021-10-22T00:07:29","modified_gmt":"2021-10-21T22:07:29","slug":"pressefreiheit-made-in-germany","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=3654","title":{"rendered":"Pressefreiheit Made in Germany"},"content":{"rendered":"<p>Journalisten des Ippen-Verlags wollten \u00fcber neue Erkenntnisse zu einem m\u00f6glichen Machtmissbrauch durch \u00bbBild\u00ab-Chefredakteur Reichelt berichten. Doch ihr eigener Verleger Dirk Ippen verhinderte die Berichterstattung. Ein aufkl\u00e4rerischer Bericht der New York Times \u00fcber Machenschaften innerhalb der Axel Springer SE und von Bild-Chefredakteur Julian Reichelt war dagegen nicht zu stoppen. An der journalistischen Integrit\u00e4t der New York Times zerschellte die hierzulande jederzeit funktionierende Anma\u00dfung des Springer-Konzerns. Die Rede \u00fcber den da noch Chefredakteur der Bildzeitung Reichelt geht von Machtmissbrauch, \u00dcbergriffigkeit, moralischer Verkommenheit, auch von einem L\u00fcgner, der Scheidungspapiere f\u00e4lscht. Alles bewusst gedeckt von der Chefetage. Die sozialen Medien haben den Part der Zur\u00fcckhaltung, des Schweigens und der Feigheit deutscher Verlage und Medien \u00fcberwunden und die Infos der New York Times ins Land und unter die Menschen getragen. Es waren die sozialen Medien, die halfen, einem das Handwerk zu legen, das darin bestand, Tag f\u00fcr Tag die W\u00fcrde des Menschen mit F\u00fc\u00dfen zu treten. Im Resultat der Berichterstattung der New York Times und der sozialen Medien wurde ein begr\u00fc\u00dfenswertes Ergebnis erzielt:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3657\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/FB_m4VeUUAc2IIj.png\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/FB_m4VeUUAc2IIj.png 680w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/FB_m4VeUUAc2IIj-300x169.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/p>\n<p>Eine gute Nachricht f\u00fcr Anstand und Moral, f\u00fcr Ethik und Menschenw\u00fcrde. Ein Ver\u00e4chter dieser Werte, schlimmer Volksverhetzer und Demagoge, sitzt nicht mehr auf seinem Thron. Nicht mehr, nicht weniger. Gut f\u00fcr das politische Klima im Land und auch f\u00fcr alle Bild\/Reichelt-Opfer. F\u00fcr Jubel gibt es keinen Grund. Eine Metastase mag entfernt sein, das Krebsgeschw\u00fcr dadurch nicht \u00fcberwunden. Reichelt stolperte nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht \u00fcber seine journalistische Amoral, sondern einzig \u00fcber pers\u00f6nliches Fehlverhalten und seine charakterlichen Defizite. Dies sollte erw\u00e4hnt sein. Da wo juristische Fragen und Anklagen ins Spiel kommen, gilt auch f\u00fcr Julian Reichelt, was er den Opfern seiner uns\u00e4glichen Arbeit nie zugestand, die Unschuldsvermutung. So gebietet es der Anstand. Sein berufliches Tun darf aber nicht entschuldigt oder gar vergessen werden. Jener Reichelt hetzte bis vor wenigen Tagen noch quer durch die Lande, mobilisierte Tag um Tag den inneren Schweinehund im Menschen und trieb eine politisch Klasse vor sich her, die jederzeit M\u00e4nnchen\/Frauchen vor ihm machte. Wann begreift die Elite dieses Landes endlich die Sch\u00e4ndlichkeit solcher Kumpanei. Es sind eben jene Teile der Gesellschaft und besonders der Politik, die z. B. ohne Skrupel aus vertraulichen und geheimen Gremien-, Vorstands- und Kabinettssitzungen direkt und live der Bildzeitung Infos zuspielen. Alle, die sich mit der Bild gemeinmachen, waren und sind N\u00e4hrboden f\u00fcr eine Figur wie Reichelt. Sender, Medien und Journalisten in diesem Land sind nicht unschuldig. Sie m\u00fcssen sich endlich fragen, wie lange sie eigentlich Redakteure und Reporter der Bild als Kollegen bezeichnen wollen. So etwas setzt einen einstmals achtungsvollen Berufsstand immer weiter herab. Kollegen? Wodurch? Worin? Deswegen nochmals Max Goldt ins Stammbuch:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDiese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beitr\u00e4gt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es w\u00e4re verfehlt, zu einem Redakteur dieses Blattes freundlich oder auch nur h\u00f6flich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz grade noch zul\u00e4sst. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Redaktion der Frankfurter Rundschau, die im Besitz des reaktion\u00e4ren Verlegers Ippen, wehrte sich heute \u00f6ffentlich in der Zeitung und auch auf ihrem Online-Portal. Zur Ehre der Redaktion und zur Schande des Verlegers sei dieser Text hier abgedruckt:<\/p>\n<blockquote><p>In der Frankfurter Rundschau sollte eine Recherche zur Axel Springer SE und Julian Reichelt erscheinen. Die Ver\u00f6ffentlichung wurde vom Verleger untersagt. Wir w\u00fcrden den Text weiterhin ver\u00f6ffentlichen. In der Frankfurter Rundschau sollte eine Recherche des Ippen-Investigativ-Teams erscheinen: Es geht um Vorw\u00fcrfe wie Machtmissbrauch im Umgang mit Frauen und weitere Missst\u00e4nde bei Axel Springer SE. Im Mittelpunkt steht \u201eBild\u201c-Chefredakteur Julian Reichelt. Verleger Dirk Ippen untersagte dem Investigativ-Team die Ver\u00f6ffentlichung. Die FR h\u00e4tte den Text gern gedruckt und w\u00fcrde dies auch weiter tun. Wir, die Redaktion der Frankfurter Rundschau, halten fest: Das Verbot widerspricht allen Regeln der unabh\u00e4ngigen Berichterstattung. Die Entscheidung verletzt den Grundsatz der Trennung von Redaktion und Verlag. Wir unterst\u00fctzen den Protestbrief des Investigativ-Teams an Verleger Dirk Ippen. Redaktionelle Unabh\u00e4ngigkeit ist die unabdingbare Grundlage f\u00fcr Qualit\u00e4tsjournalismus, Vertrauen ist ihr wertvollstes Gut. Dieses darf niemals verletzt werden. Das Investigativ-Team nennt es seine Aufgabe, \u201edie \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Missst\u00e4nde zu informieren und damit zu einem gesellschaftlichen und politischen Willensbildungsprozess beizutragen\u201c. Diesem Anspruch sind auch wir uneingeschr\u00e4nkt verpflichtet \u2013 vor allem gegen\u00fcber Ihnen, den Leserinnen und Lesern. Wir fordern unseren Verleger auf, die redaktionelle Unabh\u00e4ngigkeit nicht anzutasten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Redaktion der Frankfurter Rundschau<\/p>\n<figure id=\"attachment_3659\" aria-describedby=\"caption-attachment-3659\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-3659\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/new_york_times_logo_large-1600x600-1-1024x384.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/new_york_times_logo_large-1600x600-1-1024x384.jpg 1024w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/new_york_times_logo_large-1600x600-1-300x113.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/new_york_times_logo_large-1600x600-1-768x288.jpg 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/new_york_times_logo_large-1600x600-1-1536x576.jpg 1536w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/new_york_times_logo_large-1600x600-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3659\" class=\"wp-caption-text\">Der NYT ist f\u00fcr Aufkl\u00e4rung und Journalismus zu danken.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zu guter Letzt noch eine Erinnerung in unser aller Stammbuch:<\/p>\n<p>Paul Sethe (1901 \u2013 1967), einstiger FAZ Herausgeber, Publizist und Journalist, schrieb am \u00a05. Mai 1965 einen Leserbrief an das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL von Rudolf Augstein und \u00e4u\u00dferte sich darin wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer gr\u00f6\u00dferes Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abh\u00e4ngigkeit immer gr\u00f6\u00dfer und immer gef\u00e4hrlicher.<\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><em>*Titelbild: USA-Reiseblogger auf Pixabay<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Journalisten des Ippen-Verlags wollten \u00fcber neue Erkenntnisse zu einem m\u00f6glichen Machtmissbrauch durch \u00bbBild\u00ab-Chefredakteur Reichelt berichten. Doch ihr eigener Verleger Dirk Ippen verhinderte die Berichterstattung. 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