{"id":454,"date":"2021-06-02T21:35:58","date_gmt":"2021-06-02T19:35:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=454"},"modified":"2021-06-06T21:29:48","modified_gmt":"2021-06-06T19:29:48","slug":"serien-schreiben-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=454","title":{"rendered":"Serien schreiben Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2015 urteilte Dustin Hoffman ziemlich desillusioniert: \u201eIch denke, das Fernsehen ist derzeit besser als jemals zuvor, und ich finde, der Film ist so schlecht wie noch nie \u2013 in den 50 Jahren, die ich das mache, war es nie schlimmer.\u201c Sein Kollege Kevin Spacey kam schon vorher zu dem Schluss, \u201edass das Fernsehen das Kino \u00fcberholt habe\u201c. Dann nahm er im TV die Rolle seines Lebens an, den Frank Underwood in \u201eHouse of Cards\u201c und schrieb damit TV-Geschichte. Spacey wurde sp\u00e4ter wegen (angeblicher) sexueller Bel\u00e4stigung beschuldigt, flog umgehend aus dieser Serie, was aus einem famosen Fernsehereignis ein Einerlei machte, welches dann vom Bildschirm verschwand. Die Serie lief dennoch zu lang und verpuffte. Die grandiose Robin Wright, die als Claire Underwood ihrem Kollegen Spacey das Wasser reichen konnte, trug daran keine Schuld, sie m\u00fchte sich redlich, der alte Funke sprang einfach nicht mehr \u00fcber. Die ersten drei Staffeln sind bis heute TV-Ereignis geblieben und sollten ihre Zuschauer nicht verlieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-458\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/71PCAQtmIaL._SL1500_-795x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"824\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/71PCAQtmIaL._SL1500_-795x1024.jpg 795w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/71PCAQtmIaL._SL1500_-233x300.jpg 233w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/71PCAQtmIaL._SL1500_-768x989.jpg 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/71PCAQtmIaL._SL1500_.jpg 1165w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Serien, die \u00fcber den Durchschnitt ragen, finden oftmals weder Ausgang noch ein befriedigendes Ende. Im sch\u00f6nsten Moment unter einer Erfolgsflagge aufzuh\u00f6ren ist nicht nur in der Kunst ein schweres Ding. Schauen wir, wie einige legend\u00e4re Highlights der TV-Geschichte sich an ihr Ende brachten.<\/p>\n<p>Als die ABC 1977 \u201eWashington: Behind Closed Doors\u201c in sechs Folgen auf dem Schirm bot, flimmerte den Leuten ein Politthriller der besonderen Art ins Haus. Die Serie basierte auf dem Buch \u201eThe Company\u201c von John Ehrlichman, einem der wichtigsten Berater von US Pr\u00e4sident Richard Nixon. In dieser Arbeitsteilung geh\u00f6rte Ehrlichman nat\u00fcrlich zu den Watergate-Mitt\u00e4tern, landete sp\u00e4ter f\u00fcr 18 Monate im Knast und verlor seine Anwaltslizenz. Um Rechnungen bezahlen zu k\u00f6nnen, schrieb er \u201eThe Company\u201c, ein durchschlagender Erfolg auf dem Buchmarkt und sp\u00e4ter in besagter Verfilmung. ABC hat zwecks Unterhaltung einiges an Beziehungs- und Herzthemen eingef\u00fcgt. Man traute damals einem hundertprozentigen Politthriller noch nicht \u00fcber den Weg. Diese Nebenstorys sind allesamt st\u00f6rend, trivial und bl\u00f6d. Der politische Teil elektrisiert bis heute und zeigt Schauspielkunst auf gro\u00dfem Fu\u00df. Jason Robards gibt grandios den Pr\u00e4sidenten Richard Monckton, der unverkennbar Richard Nixon. Ein zentraler Gegenspieler wird CIA-Chef William Martin, jener unverkennbar Richard Helms. Nixons besten Schildknappen, seinen Stabschef Bob Haldeman zeichnet Robert Vaughn unter dem Rollennamen Frank Flaherty als stahlnervigen Apparatschik mit Mephisto-Qualit\u00e4t. Robert Vaughn heimste daf\u00fcr zurecht Schauspielerpreise ein. Die Geschichte endete wie im realen Leben. W\u00e4hrend Nixon den Deal mit China bejubelt und sich f\u00fcr das politische Genie des Jahrhunderts h\u00e4lt, werden seine Einbrecher ins Hauptquartier des politischen Gegners erwischt. Da endet die Serie. Der Rest ist politisch denkenden Menschen gel\u00e4ufig, weil Geschichte. Fortsetzung unn\u00f6tig. Die Serie hat in ihrem politischen Teil nichts an St\u00e4rke verloren, seziert Politik wie mit dem Skalpell. Wiedersehen mit diesem Werk lohnt jederzeit. (Notiz am Rande: Jason Robards, wohl jedermann aus \u201eSpiel mir das Lied vom Tod\u201c in der Rolle des Cheyenne im Ged\u00e4chtnis, stellte \u00fcbrigens 1976 in \u201eAll the President&#8217;s Men\u201c einen zentralen Nixon-Gegner dar, den Washington Post Chefredakteur Ben Bradley. In dieser Nebenrolle spielte er sogar die in Bestform agierenden Hauptdarsteller Dustin Hoffman und Robert Redford charismatisch an die Wand und bekam daf\u00fcr einen verdienten Oscar.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-460\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/51DN98Xu9OL.jpg\" alt=\"\" width=\"356\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/51DN98Xu9OL.jpg 356w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/51DN98Xu9OL-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 356px) 100vw, 356px\" \/><\/p>\n<p>Als die BBC sich 1979 an \u201eTinker, Tailor, Soldier, Spy\u201c und 1982 an \u201eSmiley\u2019s People\u201c wagte, die Verfilmung der ber\u00fchmten Spionageromane von John le Carr\u00e9, spielte Alec Guinness den Helden unz\u00e4hliger le Carr\u00e9 Romane, den britischen Spion George Smiley, so authentisch, dass le Carr\u00e9 eingestand, er k\u00f6nne diese Figur nie wieder aufleben lassen. Guinness w\u00fcrde von nun an immer vor seinem Auge stehen und h\u00e4tte ihm diese Figur sozusagen geraubt. In der Schlussszene der letzten Staffel hat Smiley seinen alten KGB-Gegenspieler Karla besiegt und zum \u00fcberlaufen an der Berliner Sektorengrenze gezwungen. Wie Alec Guinness dabei Triumph mit Melancholie b\u00fcndelt und darstellt, ist Schauspielkunst von einem anderen Stern und wohl in dieser Form nur von einem solchen Ausnahmemimen zu leisten. Das Ende still und ohne Euphorie. Es ist einfach nur vorbei. Sieger dabei nicht besser als Verlierer und Schluss. Pathos wird vergebens gesucht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-462\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/51-1y8U-7xL.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"1075\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/51-1y8U-7xL.jpg 600w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/51-1y8U-7xL-167x300.jpg 167w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/51-1y8U-7xL-572x1024.jpg 572w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>HBO wagte sich mit dem Mafiaepos \u201eThe Sopranos\u201c 1999\u20132007 unter die Leute. In sechs Staffeln sah man den Mafiaboss Tony Soprano beim Morden, beim Familienfr\u00fchst\u00fcck, im Strip-Club \u201eBada Bing\u201c und sogar regelm\u00e4\u00dfig bei einer Seelenklempnerin. Ein Familienvater mit aufbrausendem Temperament und guten Zigarren, der mit k\u00fchler Hand auch Verwandte ins Jenseits bef\u00f6rdert. Der Darsteller James Gandolfini spielte sich mit dem Tony Soprano\u00a0 in die erste Reihe der US-Schauspielzunft. Bei den Sopranos war jeder Pate-Romantik gewichen. Hier trugen Mafioso billige wie peinliche Jogginganz\u00fcge, wirkten schmierig und oft viel zu fett mit obligater Goldkette, beklauten auch mal einen armen G\u00e4rtner oder erschossen einen Kellner wegen Trinkgeld. Der elegante Pate John Sacramoni fuhr immerhin Maserati, liebte abg\u00f6ttisch eine \u00e4u\u00dferst \u00fcbergewichtige Gattin und rauchte sich in Menge und Eleganz stilvoll wie Humphrey Bogart durch die Serie. Am Ende krepierte er elend an einem Lungenkarzinom im Krankentrakt eines Bundesgef\u00e4ngnisses. Tony Soprano dagegen hatte alle Mafiakriege mit Gl\u00fcck und Hartn\u00e4ckigkeit \u00fcberlebt. Sein Imperium dennoch fast verspielt. Viel \u00dcbles wartete auf ihn, ein Informant packte wohl demn\u00e4chst aus. Dennoch schlenderte Tony mit Appetit in der letzten Szene in ein Steakhouse, freute sich auf Zwiebelringe, seine Frau und die beiden Kinder. W\u00e4hrend er am Tisch Musik aussuchte, seiner Frau vom Informanten und drohender Anklage erz\u00e4hlte, dem Sohn ein Gericht empfahl, hatte die Tochter vor der T\u00fcr noch Einparkprobleme. Ein Gast von der Bar ging im Stil von Michael Corleone derweil auf die Toilette. Als die Soprano-Sippe vollst\u00e4ndig versammelt pl\u00f6tzlich ohne Vorank\u00fcndigung das gro\u00dfe Dunkel und absolute Ruhe, der Bildschirm schwarz. Kein Laut, kein Bild, kein Hinweis. Nur noch der Abspann nach 8 Jahren und 86 Folgen. Ob Tony ein Steak a\u00df oder eine letzte Kugel fing, die Drehbuchautoren lie\u00dfen sich nichts mehr entlocken. Die riesige Soprano-Gemeinde wurde niemals aufgekl\u00e4rt, jeder darf sich seinen Teil denken. James Gandolfini hatte die Rolle des Tony Soprano hinter sich gelassen und machte den Weg ins Kino. Auf dem Weg zu einem Filmfestival stoppte er im Sommer 2013 in Rom und schaute sich die Stadt an. Dabei ereilte ihn ein t\u00f6dlicher Infarkt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-463\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/816nFH6eROL._SL1500_-810x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"809\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/816nFH6eROL._SL1500_-810x1024.jpg 810w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/816nFH6eROL._SL1500_-237x300.jpg 237w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/816nFH6eROL._SL1500_-768x971.jpg 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/816nFH6eROL._SL1500_.jpg 1187w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Game of Thrones (GoT) bewegte wohl den halben Globus. Fans rekrutierten sich wie Fliegen um die Frucht, die Serie wurde Kult und Gespr\u00e4chsthema durch alle Tage ihrer Laufzeit. Als die Drehbuchautoren nicht mehr auf den Buchautor George R. R. Martin setzen konnten, dieser hielt mit dem Filmtempo nicht mit, begann ein sp\u00fcrbarer Niveauverlust, der zu diesem Zeitpunkt die s\u00fcchtige GoT-Gemeinde l\u00e4ngst nicht mehr st\u00f6rte. GoT hatte seine Neuerungen und muss daf\u00fcr gelobt werden. Charaktere, die f\u00fcr Sympathie standen und vom Publikum gemocht, wurden schnell mal weggemeuchelt. Mit Tatkraft raffte GoT manchen Hauptdarsteller dahin. Ebenfalls sehr wohltuend, mancher der Helden starb einfach so, ohne noch einen Pieps oder gar philosophische Weisheiten von sich zu geben. Niemand von den Autoren kam n\u00e4mlich auf die peinliche und branchen\u00fcbliche Idee ihnen noch letzte Worte in den Mund zu legen. Was leider in Film und TV zu oft der uns\u00e4gliche Fall. So starb der getreueste W\u00e4chter der Drachenk\u00f6nigin in ihren Armen ohne einen Mucks. Dem Lord mit dem Flammenschwert entglitt beim Ableben ebenfalls kein Laut. Der schweigsame Unhold der Serie, ein Nachtk\u00f6nig aus Eis und allerhand Zeug, zerbr\u00f6selte unter einem Dolchstich wie billiges Porzellan, f\u00fcr einen Seufzer ward auch ihm keine Gelegenheit geboten. Eine Zauberin, die viele Binsenweisheiten plapperte, nahm zum Sterben nur die Halskette ab, war hin\u00fcber und sagte kein einziges Wort. Wenn die vielleicht spektakul\u00e4rste Folge der Serie, die \u201eGreat Battle of Winterfell\u201c milit\u00e4rische Logik v\u00f6llig auf den Kopf stellte, das Spektakel blieb erkennbar und die dort zelebrierte Stille des individuellen Ablebens in einem Meer unaufh\u00f6rlichen Gemetzels wohltuend. Eine Familie siegte am Ende der Serie, weil sie irgendwie \u00fcbrig geblieben und ging dann ihrer Wege. Jene sagenumwobene Drachenk\u00f6nigin bekommt sp\u00e4ter auch noch einen Dolch in die k\u00f6nigliche Brust und kann kaum noch komisch dreinschauen, f\u00fcr ein Wort reicht es auch bei ihr nicht mehr. Die merkw\u00fcrdigste Figur, ein Kleinw\u00fcchsiger, dem Alkohol wie ein S\u00e4ufer zusprechend, war Berater von allen und jeden. Sein Rat f\u00fchrte meistens ins Verderben, dennoch blieb er Berater \u00fcber das Ende hinaus. Vielleicht eine ironische Spitze der Serienmacher gegen den Beraterwahn unserer Zeit. Nichts Genaues wei\u00df man nicht. Das Unterfangen dieser Serie hat im Fantasy-Bereich Ma\u00dfst\u00e4be gesetzt, \u00e4hnlich dem Kino-Klassiker \u201eHerr der Ringe\u201c. George R. R. Martin und J. R. R. Tolkien sind Br\u00fcder im Geiste und haben Shakespeare, Stichwort Rosenkriege, eine Menge zu verdanken. \u201eGame of Thrones\u201c und \u201eThe Lord of the Rings\u201c zu toppen wird viel Aufwand und Geld erfordern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-465\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/91Q83wOAYYL._SL1500_-887x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"739\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/91Q83wOAYYL._SL1500_-887x1024.jpg 887w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/91Q83wOAYYL._SL1500_-260x300.jpg 260w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/91Q83wOAYYL._SL1500_-768x887.jpg 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/91Q83wOAYYL._SL1500_.jpg 1299w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Ein eigener Planet im Serienuniversum war \u201eBreaking Bad\u201c. Walter White, der krebskranke Chemielehrer ohne Geld f\u00fcr eine Behandlung. Aus ihm wird in der Not der beste Chrystal Meth Koch unter der Sonne. Dabei w\u00e4hlt er das Pseudonym \u201eHeisenberg\u201c. Weil Heisenberg einer der ber\u00fchmtesten Physiker der Wissenschaftsgeschichte, bleibt diese Namenswahl eines der Serienr\u00e4tsel. Assistiert wird Walter White von dem schlechtesten Sch\u00fcler seiner Lehrzeit, was der Serie einen netten Kick gibt. Nett ist ansonsten wenig. Es wird gemordet und geht brutal her. Bei der Drogenmafia ist Schluss mit lustig. Gemixt, gekocht und gebraut wird in hohem Tempo, der Markt will ges\u00e4ttigt sein. Geld h\u00e4uft sich bei White und seinem Partner in Gr\u00f6\u00dfenordnungen, welche am Ende so un\u00fcberschaubar, dass man kaum noch wei\u00df, wie viel verdient wurde. Wie die Drogenbosse Tuco Salamanca und Gus Fring ins letzte Gras bei\u00dfen oder der Killer Mike Ehrmantraut seinem Handwerk nachgeht, ist so vor \u201eBreaking Bad\u201c auch noch nicht zu besichtigen gewesen. Irgendwann gesteht es Walter White auch der entnervten Ehefrau, alles, was er angerichtet, h\u00e4tte er getan, um sich lebendig zu f\u00fchlen und nicht f\u00fcr Frau, Kind und Kegel. Eine sympathisch amoralische Aussage und kein moralinsaures Familienges\u00e4usel. Bei seinem letzten Coup, das Serienende naht, baut Heisenberg ein MG, das aus einem Kofferraum springt und mit Dauerfeuer letzte Feinde eliminiert. Dabei trifft auch ihn ein Schrapnell. Damit schleppt sich White noch in ein Meth-Labor und betastet fast z\u00e4rtlich die Ger\u00e4tschaften seiner Triumphe. Mit einem leichten L\u00e4cheln und gl\u00fccklichem Gesichtsausdruck sinkt er auf die Erde und stirbt friedlich. Ein Schluss, der nichts offenl\u00e4sst. Gut getroffen im Sinne des Wortes. Bryan Cranston, der Schauspieler des Walter White, startete mit dieser Glanzrolle \u00e4hnlich durch wie James Gandolfini, geh\u00f6rt heute zur Cr\u00e8me de la Cr\u00e8me der Charakterschauspieler auf diesem Planeten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-456\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/pablobg97-auf-Pixabay.jpg\" alt=\"\" width=\"905\" height=\"1280\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/pablobg97-auf-Pixabay.jpg 905w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/pablobg97-auf-Pixabay-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/pablobg97-auf-Pixabay-724x1024.jpg 724w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/pablobg97-auf-Pixabay-768x1086.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 905px) 100vw, 905px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2015 urteilte Dustin Hoffman ziemlich desillusioniert: \u201eIch denke, das Fernsehen ist derzeit besser als jemals zuvor, und ich finde, der Film ist so schlecht wie noch nie \u2013 in den 50<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":457,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[403,406,381,367,419,379,420,374,384,369,400,416,394,415,375,264,399,49,61,76,388,376,414,378,370,371,402,373,392,154,175,143,385,404,410,401,407,377,398,396,411,405,412,387,393,395,386,390,397,418,409,417,389,391,368,383,413,372,192,380,382,408],"class_list":["post-454","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur","tag-appetit","tag-armen","tag-berater","tag-bildschirm","tag-breaking-bad","tag-cia","tag-coup","tag-ehrlichman","tag-einbrecher","tag-ende","tag-enten","tag-figur","tag-form","tag-frau","tag-funke","tag-fuss","tag-gattin","tag-geld","tag-geschichte","tag-glueck","tag-guinness","tag-haldeman","tag-heisenberg","tag-helms","tag-highlights","tag-house-ofcards","tag-informant","tag-jason-robards","tag-kgb","tag-kind","tag-knast","tag-koch","tag-leben","tag-lord","tag-martin","tag-morden","tag-nachtkoenig","tag-nixon","tag-pate","tag-pathos","tag-pieps","tag-porzellan","tag-publikum","tag-romane","tag-russen","tag-schluss","tag-serie","tag-smiley","tag-sopranos","tag-tage","tag-tatkraft","tag-tempo","tag-traurigkeit","tag-triumph","tag-tv","tag-verfilmung","tag-walter-white","tag-washington","tag-wasser","tag-watergate","tag-weg","tag-zauberin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=454"}],"version-history":[{"count":51,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":530,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions\/530"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geradezu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}