{"id":567,"date":"2021-06-05T18:11:57","date_gmt":"2021-06-05T16:11:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=567"},"modified":"2021-06-07T00:04:50","modified_gmt":"2021-06-06T22:04:50","slug":"buch-fuer-die-ewigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geradezu.de\/?p=567","title":{"rendered":"Wie eine Tr\u00e4ne im Ozean"},"content":{"rendered":"<p><strong>EIN BUCH F\u00dcR DIE EWIGKEIT<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage nach dem Buch f\u00fcr die einsame Insel liest und h\u00f6rt man des \u00d6fteren. Sie l\u00e4sst eine Menge Kriterien ungenannt. Wie kommt man auf welche Insel und weshalb\/warum? Schiffbr\u00fcchig wie Robinson Crusoe? Freiwillig oder gar ausgesetzt wie Dreyfus und Papillon durch Verurteilung? Oder mit einem Kreuzfahrtschiff und 8000 Mitpassagieren, die solcher Art menschlicher Legebatterie als Urlaub empfinden? Ist man allein auf dem Eiland? Wird es dort kalt? Br\u00e4t einem die Sonne das Hirn weg? Muss man Feuer machen? Was bekannterma\u00dfen die meisten Zivilisationsb\u00fcrger schon zum Scheitern verurteilt. Was sollte man da also um alles in der Welt lesen? Ein Sachbuch \u201eWie baue ich ein Zelt\u201c k\u00f6nnte praktisch sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-574\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/3000-1024x614.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/3000-1024x614.jpg 1024w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/3000-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/3000-768x461.jpg 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/3000.jpg 1210w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Kommen wir vom Zeltbau zur Kultur und machen das Spiel mit dem Buch f\u00fcr die Insel mit. Der Schreiber dieser Zeilen ist dabei so subjektiv wie jeder Leser. Von Objektivit\u00e4t kann in dieser Frage keine Rede sein. Bestsellerlisten und die dar\u00fcber fabulierenden Experten haben ihn nie interessiert. Zur Leseratte machte ihn in der Kindheit Jack London mit seinem \u201eSeewolf\u201c und Fenimore Coopers \u201eLetzter Mohikaner\u201c. Er mag die Krimis von Chandler, die historischen Romane von Feuchtwanger, von Beginn an die nun fertige Cromwell-Trilogie von Hilary Mantel. Lieblingsautor schon sehr lange Stefan Zweig, dessen \u201eJoseph Fouch\u00e9\u201c er oft neu liest, genau wie dessen \u201eSternstunden\u201c. Tucholsky liegt meistens griffbereit. Heinrich Mann ist ihm als Autor und Mensch wesentlich lieber als Herr Thomas Mann. James Joyce \u201eUlysses\u201c hat er in mehreren Anl\u00e4ufen nie bew\u00e4ltigt. An Proust ist er gescheitert, f\u00fcr Charles Bukowski hat er einiges \u00fcbrig. \u201eReise ans Ende der Nacht\u201c von Louis-Ferdinand C\u00e9line und \u201eRadetzkymarsch\u201c von Joseph Roth sind lebenslange Lieblingsb\u00fccher. Was aus vielen Jahren Leserei noch so in Erinnerung blieb, zum Beispiel Upton Sinclair und dessen \u201eDschungel\u201c (Dennoch nie Vegetarier geworden.) w\u00fcrde in der Aufz\u00e4hlung klugschei\u00dferisch wirken und als runtergebeteter Einkaufszettel daherkommen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_575\" aria-describedby=\"caption-attachment-575\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-575\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-von-meineresterampe-auf-Pixabay-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-von-meineresterampe-auf-Pixabay-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-von-meineresterampe-auf-Pixabay-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-von-meineresterampe-auf-Pixabay-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-von-meineresterampe-auf-Pixabay-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-von-meineresterampe-auf-Pixabay.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-575\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: meineresterampe auf Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Daher Mut zur Entscheidung. Man\u00e8s Sperber \u201eWie eine Tr\u00e4ne im Ozean\u201c soll es sein. Geschrieben zwischen 1949 und 1955. Darin die B\u00fccher \u201eDer verbrannte Dornbusch\u201c, \u201eTiefer als der Abgrund\u201c und \u201eDie verlorene Bucht\u201c. In der Taschenbuchversion schleppt man mit dieser Trilogie ca. 1000 Seiten auf die Insel. Mit dem Buch kochen so viele Berufene und Unberufene ihr S\u00fcppchen, dass die Deckel von deren T\u00f6pfen hier nicht gehoben werden sollen. Leser sollten sich das Wagnis g\u00f6nnen, dem Buch vertrauen, dann ihr eigenes Urteil f\u00e4llen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-571\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/91Ua9C79jZL-643x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"1019\" \/><\/p>\n<p>Das Buch erz\u00e4hlt nicht von Helden, obwohl es einige gibt. Es handelt von Menschen aus dem prallen Leben in der Zeit von 1930 bis 1945. Vom Arbeiter bis zur Baroness ist alles vertreten. Orte, Handlungen und Personen durchziehen ganz Europa. Die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Protagonisten gehen unter die Haut. Die zentrale Figur des Dojno Faber hat Tr\u00e4ume und k\u00e4mpft f\u00fcr eine bessere Welt in schlimmer Zeit. Er erlebt Illusionen und Desillusionierung in harten K\u00e4mpfen. In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts Alltag f\u00fcr viele Menschen. Der Leser ist an seiner Seite und wird in alles hineingezogen. Was ein Leben und dessen Wert ausmacht, wird selbst im Scheitern sichtbar. Hier geht es gegen den Totalitarismus aller Couleur, kommt er nun faschistisch oder kommunistisch daher. Die dagegen ank\u00e4mpfen, stehen auf verlorenem Posten, werden entt\u00e4uscht, verraten und ermordet. Der Verrat durch Freunde und Genossen erzeugt Schmerz von biblischen Ausma\u00dfen, den Man\u00e8s Sperber seinen Lesern unter die Haut jagt. Man kann auf manchen Seiten wirklich verzweifeln. Wie aber gerade kleine Leute zu neuer Gr\u00f6\u00dfe wachsen und in all dem Dreck ihre W\u00fcrde behalten l\u00e4sst einen dauernden Funken Hoffnung glimmen. Die Macht ist roh, brutal und m\u00f6rderisch, wirkt unbezwingbar. Und doch gibt es sie, jene die dagegen ank\u00e4mpfen, denen keine Aussichtslosigkeit Furcht versetzt, die sich erheben und gegen die \u00dcbel dieser Welt stemmen. Einmal hei\u00dft es im Roman \u00fcber einen, der alles in die Waagschale geworfen: \u201eAlles, was er bek\u00e4mpft hatte war nur immer st\u00e4rker geworden.\u201c<\/p>\n<p>Dojno Faber erkl\u00e4rt seinen Mitk\u00e4mpfern:<\/p>\n<blockquote><p>Die Welt ist noch sehr jung. Sie hat noch nicht richtig zuh\u00f6ren gelernt. Ihr Ged\u00e4chtnis beh\u00e4lt das Ereignis des vorangegangenen Tages, nicht das der vorangegangenen Woche. Auf den Schulb\u00e4nken sitzen die Leichen des kommenden Krieges. Nichts von dem, was sie lernen, wird sie bef\u00e4higen, sich vor diesem Schicksal zu bewahren. Und ihre Eltern wollen uns nicht glauben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Mittelteil des Romans hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>Keinem kam ernsthaft der Gedanke, seinem Leben ein Ende zu machen, die Verzweiflung war noch immer nur die Ungeduld des Hoffenden.<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-576\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Clker-Free-Vector-Images-auf-Pixabay-1024x512.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Clker-Free-Vector-Images-auf-Pixabay-1024x512.png 1024w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Clker-Free-Vector-Images-auf-Pixabay-300x150.png 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Clker-Free-Vector-Images-auf-Pixabay-768x384.png 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Clker-Free-Vector-Images-auf-Pixabay.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Ein besonderer Mensch in Sperbers Monumentalwerk ist der Arbeiterf\u00fchrer Herbert S\u00f6nnecke. Der F\u00fcnfzigj\u00e4hrige mit dem gemarterten K\u00f6rper, der verkr\u00fcppelten Hand und eiserner Energie. Anf\u00fchrer seiner Klasse aus Anstand und Charakter. F\u00fcr die kleinen Leute und Gemarterten Tribun und Hoffnung zugleich. Furchtloser K\u00e4mpfer gegen Hitler im Widerstand gegen das Naziregime. Auf st\u00e4ndiger Flucht vor der Gestapo und SA-Schl\u00e4gern l\u00e4sst er das karge Feuer einer winzigen Hoffnung nie vergl\u00fchen. Das Wort Kapitulation ist aus seinem Wortschatz gestrichen. Wer den Teil des Romans mit S\u00f6nnecke liest, wird k\u00fcnftig einen anderen Umgang mit dem Wort \u201eKumpel\u201c pflegen. Dieser K\u00e4mpfer S\u00f6nnecke, unbeugsam, Kommunist, Arbeiter und Mensch, adelt seine Zunft und zieht den Hass vieler Feinde auf sich. Sein Ende ist unausweichlich, er wei\u00df es von Beginn an. Nicht seine Erzfeinde, die Folterknechte der Nazis in einem KZ oder mit ihren Drahtschlingen in Pl\u00f6tzensee zerst\u00f6ren dieses k\u00e4mpfende Leben. Die letzten Wochen jenes Lebens, das da schon keines mehr ist, verbringt er bei den Genossen in Moskau in deren Terrorzentrale Lubjanka. Wieder meucheln sie mit Wonne einen der ihren. Verh\u00f6re, Folter, Dem\u00fctigungen, ein Rattenloch und physischer wie psychischer Druck bestimmen diese letzten Tage. Man will nicht nur Hand an das Leben dieses Aufrichtigen legen, man will ihn vorher brechen. Der alte K\u00e4mpfer ist k\u00f6rperlich zerst\u00f6rt, beugt sich seinen Schergen dennoch nicht. Diese Pr\u00fcfung vor sich selbst besteht er. Der Ohnm\u00e4chtige trotzt diesen M\u00e4chtigen, die sich vor der Geschichte f\u00fcr immer beflecken, bis an sein Ende. Die Arbeiterklasse und woran er geglaubt, verr\u00e4t er nicht vor der Partei, die in ihrem ideologischen Gr\u00f6\u00dfenwahn immer recht haben muss. Er bleibt der Sache treu, die von dieser Partei l\u00e4ngst verraten und in den Schmutz gezogen. Selbst im Angesicht des Todes wird er nicht deren Handlanger. Der Rest ein lapidarer Satz: \u201eIn der Nacht wurde S\u00f6nnecke liquidiert: hinterr\u00fccks erschossen.\u201c Was S\u00f6nnecke den Apparatschiks des Todes in endlosen Verh\u00f6ren entgegenschleudert, geh\u00f6rt zum intensivsten und menschlichsten, was Literatur einem Leser bieten kann.<\/p>\n<p>Noch ein Auszug, wir befinden uns in einem Sch\u00fctzengraben bei K\u00e4mpfern, die der Niederlage ins Auge sehen und sind dabei an der Seite von Hans:<\/p>\n<blockquote><p>Man starb nicht mit dem Ruf \u201eEs lebe die Weltrevolution!\u201c, wenn niemand da war, ihn zu h\u00f6ren. Nach alledem w\u00fcrde er sterben wie der Gro\u00dfvater, den die Schwindsucht erstickt hatte. Man kann das Leben ver\u00e4ndern; der Tod ist immer der gleiche. Hans glaubte, nun ganz wach zu sein, er war durstig, aber seine Flasche war leer. Ihn fror. Er konnte sich wohl im Graben zusammenkauern, er w\u00fcrde h\u00f6ren, wenn jemand sich n\u00e4herte. Doch nein, es w\u00fcrde zu sp\u00e4t sein, er durfte sie nur bis auf 200 Meter herankommen lassen. Er wollte sich erheben, der Atem ging ihm aus, noch eine Weile, dann w\u00fcrde es besser werden, er wird sich dann ans MG stellen und bis zum Schluss stehen bleiben. Nein, nein, hier kommt niemand durch. Jemand rief. Er w\u00fcrde sofort antworten, nur eine kleine Minute, sofort. Er antwortete nicht, er starb. Niemand hatte ihn gerufen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Moral verbreitet der Autor Sperber nicht, er l\u00e4sst seinem Leser die Freiheit der Entscheidung. An einer Stelle steht etwas f\u00fcr alle Generationen und Zeiten, es reicht weit \u00fcber ein Buch hinaus:<\/p>\n<blockquote><p>Die meisten Menschen werden deshalb politisch nie klug, weil sie, was sie erleben, erst erfahren, wenn es Vergangenheit geworden ist. Erst beim zweiten Erlebnis erfahren sie, was sie nachdem ersten so leicht vergessen haben. Es naht die Zeit, da die Gunst der zweiten Warnung nur noch besonderen Gl\u00fcckspilzen gew\u00e4hrt wird.<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-577\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/OpenClipart-Vectors-auf-Pixabay-227x300.png\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/OpenClipart-Vectors-auf-Pixabay-227x300.png 227w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/OpenClipart-Vectors-auf-Pixabay-774x1024.png 774w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/OpenClipart-Vectors-auf-Pixabay-768x1017.png 768w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/OpenClipart-Vectors-auf-Pixabay.png 967w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/p>\n<p>Wenn man also auf besagter Insel so am Strand d\u00f6st, dabei auf das Boot am Horizont wartet, kann man sich die Wartezeit im Schatten einer Palme doch bestens mit der Lekt\u00fcre von Man\u00e8s Sperber vertreiben. Man wird so gefesselt, dass man Raum und Zeit vergisst. Versprochen. Kommt dann \u00fcberraschenderweise doch Gesellschaft in Form von Frau oder Herrn Freitag des Weges, l\u00e4sst sich die Lekt\u00fcre mit einem Lesezeichen durchaus unterbrechen. Man ist bei Neustart sofort wieder im Sog. Nat\u00fcrlich kann man das ganze Zeug mit der Insel auch weglassen und \u201eWie eine Tr\u00e4ne im Ozean\u201c im heimischen Sessel, auf dem Balkon, einer Parkbank oder der Wiese am Baggersee lesen. Bereichert wird man durch diesen Lesestoff auf jedem Fleck unserer Erde. Garantiert. Hiermit sei eine gute Lekt\u00fcre gew\u00fcnscht. Dieses Buch sollte man einmal im Leben gelesen haben und dann bitte unbedingt weiterempfehlen.<\/p>\n<p>Das letzte Wort geb\u00fchrt Man\u00e8s Sperber:<\/p>\n<blockquote><p>Gleichg\u00fcltigkeit ist die sicherste St\u00fctze aller Gewaltherrschaft.<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_580\" aria-describedby=\"caption-attachment-580\" style=\"width: 774px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-580\" src=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Manes-Sperber.jpg\" alt=\"\" width=\"774\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Manes-Sperber.jpg 774w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Manes-Sperber-300x143.jpg 300w, https:\/\/www.geradezu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Manes-Sperber-768x367.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 774px) 100vw, 774px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-580\" class=\"wp-caption-text\">Man\u00e8s Sperber<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>BIOGRAPHIE<\/strong><\/p>\n<p>Der Schriftsteller<strong> Man\u00e8s Sperber<\/strong> wurde am 12. Dezember 1905 in Zablot\u00f3w, Ostgalizien (Heute: Zabolotiv, Ukraine) geboren und starb am 5. Februar 1984 in Paris. Die Jugend verbrachte Sperber in Wien und geh\u00f6rte zum Sch\u00fcler- und Mitarbeiterkreis des Arztes und Psychotherapeuten Alfred Adler. 1927 ging Sperber nach Berlin und trat dort in die Kommunistischen Partei Deutschlands ein. Er erlebte das Ende der Weimarer Republik und den Beginn der Naziherrschaft. Im M\u00e4rz 1933 wurde er verhaftet, floh sp\u00e4ter \u00fcber \u00d6sterreich und den Balkan, um 1934 nach Paris zu gelangen. Er fand in Frankreich Arbeit als Verlagsdirektor. 1937 verfolgte er mit Entsetzen aus der Ferne die Moskauer Schauprozesse gegen die alte Revolutionsgarde und brach f\u00fcr immer mit der Kommunistischen Partei. In dieser Zeit begann seine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Totalitarismus und der Rolle des Individuums in der Gesellschaft. Alles durch die Kraft seiner literarischen Mittel. Nach dem Sieg von Nazideutschland \u00fcber Frankreich fl\u00fcchtete Sperber in die Schweiz. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kehrte Sperber 1945 nach Paris zur\u00fcck und machte es zu seiner Wahlheimat. Man\u00e8s Sperber hinterlie\u00df ein umfangreiches Romanwerk, Essays und Studien. Weit \u00fcber seinen Tod hinaus wurden immer wieder Versuche unternommen, Sperber, der sich nie vereinnahmen lie\u00df, zu vereinnahmen. Ob Fanatiker jeder Couleur, Putschisten, Kommunisten, Antikommunisten, Reaktion\u00e4re, Faschisten, Nationalisten oder Gewaltherrscher, die Liste derer, die sich an Sperbers Werk bedienen wollten, um genau das auszufiltern, was ihnen in den jeweiligen Kram und die Zeit passte, w\u00e4re lang. Auf dem Friedhof Montparnasse in Paris fand Man\u00e8s Sperber seine letzte Ruhe.<\/p>\n<p>Kein geringerer als Heinrich B\u00f6ll verglich \u201eWie eine Tr\u00e4ne im Ozean&#8220; mit Tolstois \u201eKrieg und Frieden&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EIN BUCH F\u00dcR DIE EWIGKEIT Die Frage nach dem Buch f\u00fcr die einsame Insel liest und h\u00f6rt man des \u00d6fteren. Sie l\u00e4sst eine Menge Kriterien ungenannt. 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